... Assi-Kanaken-Pott-Deutsch...
"Assi" ist eine Kurzform für "Assistent", "Asi" für "Asozialer" (diese Kurzformen sind mir bisher übringens ausschließlich im Maskulinum begegnet, warum nur?).
Ich kann nun nicht glauben, daß sich die vorgenannte Bezeichnung einer Sprachvariation auf "Assistenten" bezieht ...
Allerdings findet man diesen Fehler recht häufig, obwohl doch damit eindeutig falscher* Inhalt transportiert wird.
Aber eigentlich wollte ich die folgenden Aussagen kommentieren:
Für die Anwender ist das in der Kommunikation untereinander kein Problem.
Oh, oh ...!
Das gilt nur dann, wenn die "Anwender" einen exakt gleichen Bezugsrahmen haben, also bei Sender und Empfänger für jeden Begriff nur exakt eine Bedeutung existiert, und diese auch noch für beide identisch ist, also keine unterschiedlichen Bilder bedeutet.
Das ist aber auch bei Benutzern der Asi-Sprech nicht gegeben, im Gegenteil: Der Empfänger muß - ob des fehlenden Informationsgehaltes - jeden Begriff explizit bewerten.
"Kein Problem" bedeutet dabei i.d.R. daß der Empfänger die Worte so versteht, wie es
ihm paßt und nicht einmal ansatzweise darüber nachdenkt, ob der Sender vielleicht etwas anders gemeint haben könnte. **
Tja, in der Eindimensionalität ist der Zweidimensionale König. (leider nicht von mir

)
Obwohl das lustig klingt, finde ich die Tendenz bedenklich. Sprache muss sich modernisieren und an neuen Lebensverhältnissen anpassen. Gefährlich finde ich nur, wenn sie Kommunikation behindert und zu einem Verlust von Informationen führt. Die Frage ist nicht, ob uns ein gutes Deutsch was wert ist. Es geht darum, ob unser Deutsch verständlich/alltagstauglich bleibt. Jugendliche werden belächelt, wenn sie ihre eigene Sprache benutzen. Nur, Jugendliche nehmen Tendenzen in der Gesellschaft auf und verstärken sie. Hierdurch geben sie sich modern und suchen ihren Platz in der Gesellschaft zu finden. Bedeutet: Wenn wir die Jugendlichen nicht verstehen, dann verstehen wir uns selber nicht mehr.
Da stimme ich dir nur teilweise zu:
Dein Beispiel (zuvor in Klammern) klingt lustig - solange man die Abweichungen vom nichtlustigen "Normal" erkennt.
"Das", also der geschilderte Sachverhalt, klingt leider nicht lustig ("klingen" deutet ja nicht notwendigerweise auf physisches "hören")
Ja, Sprache muß leben, sich entwickeln ...
Man - na ja, zumindest ich - würde aber erwarten, daß eine Sprache vielseitiger ausgefeilter, facettenreicher wird, je fortgeschrittener, vielseitiger und facettenreicher die sie benutzende Gesellschaft ist!
Was sagt uns also nun die Erkenntnis, daß unsere Sprache offenbar von nachrückenden Generationen immer stärker reduziert wird?

Wo ich dir nicht zustimmen kann, ist deine letzte Aussage:
Jugendliche tun alles dafür, sich vom Vorher abzugrenzen. Dazu gehörte immer schon eine Adaption der Muttersprache und sehr oft auch eine möglichst stark schockierende Benutzung derselben. (Meine Mutter z.B. kann sich noch immer über unsere Benutzung des Wortes "geil" auslassen, hatte der doch in ihrem Alters- und Sozialumfeld nur eine - sexuelle - Bedeutung).
Vielleicht sind die gegenwärtigen Entwickungen ja sogar darauf zurückzuführen, daß wir (älteren) unsere Jugendlichen schon zu lange zu gut verstanden haben.
Da muß man dann eben mehr gegen tun. Und erst, wenn die Alten richtig angepißt sind, ist der Schritt fort genug ..."Uns selber" verstehen wir ja sowieso schon nicht zuverlässig, wie auch viele Diskussionen unter Nutzung eines gleichen Begriffs in unterschiedlicher Bedeutung hier im Forum belegen.
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* solange noch jemand den Ursprung und also die eigentliche Bedeutung kennt
** Nachtrag: Das Beispiel mit dem kleinen Mädchen verdeutlicht das ganz gut, so könnte die beabsichtigte Bedeutung von "Gib Uhr!" - von ein und derselben Person gesprochen - je nach
Angesprochenem unterschiedlich sein (Zeitabfrage, Raubüberfall).
Wenn das nicht einmal dem Sprecher auffällt (und das halte ich in dem Milieu für hochwahrscheinlich), dann: Armes
Schland!!