Teil 2
• Mit der mittäglichen Anstoßzeit greifen Sie ebenso massiv in das Leben von
Millionen Fußballfans ein (übrigens auch der vorm TV). Einen bislang noch
halbwegs familien- und kinderfreundlich gestaltbaren Sonntag (vom Kirchgang
über einen Ausflug vor dem Spiel bis hin zum gemeinsamen
Familien-Mittagessen) machen Sie so völlig unmöglich und gefährden damit den
familiären Frieden in Millionen Haushalten.
• Als Zuschauer stoßen sie zudem jene große Gruppe vor den Kopf, die am
Sonntag morgen entweder selbst aktiv Fußball spielt oder zu diesem Zeitpunkt
ein Spiel eines Amateurvereins besuchen will. Diese Gruppe wird nun entweder
auf den vorherigen Besuch des „kleinen“ Fußballs verzichten oder Ihnen als
„Konsument“ des Profifußballs verloren gehen, sei es im Stadion oder vor dem
Fernseher. Fans des Amateurfussballs und sogar die Spieler dieser Klassen
müssen sich nun zwischen TV-Konsum/Spielbesuch im Stadion des Profifussballs
und dem aktiven Unterstützen bzw. Praktizieren ihres Sports entscheiden.
Dies ist ein Schlag vor den Kopf für alle aktiven Mitglieder des Deutschen
Fussballbundes. Auch wird es dadurch immer schwerer Nachwuchs für unseren
Sport zu begeistern.
Es gibt noch reichlich weitere Gründe, die die Unsinnigkeit Ihrer Vorschläge
dokumentieren – sei es die sicher auch für Sponsoren unbefriedigenden und
unattraktiven Anstoßzeiten, den neuen, ebenso Zuschauer- und
kundenfeindlichen Anstoßtermin am Samstag um 13 Uhr, sowie den mit
Sicherheit zurückgehenden Catering-Umsatz in den Stadien bei diesen Spielen.
Wir, die Unterzeichner, fordern Sie daher auf:
• Nehmen Sie diese neuen, fanfeindlichen Anstoßzeiten vor allem am Samstag
und Sonntag zurück! Beginnen Sie an diesen Tagen keine Spiele vor 15 Uhr.
• Werten Sie die 2. Bundesliga im öffentlichen Interesse auf durch möglichst
einheitliche Anstoßzeiten an maximal zwei Tagen pro Spieltag.
• Verzichten Sie an Wochentagsspieltagen auf Anstoßzeiten vor 19.30 Uhr.
• Sorgen Sie durch frühzeitige und langfristige Terminierung der Spieltage
für Anreise-Planungssicherheit vor allem für die Auswärtsfans.
Die 2. Fußball-Bundesliga ist im internationalen Vergleich die mit dem
höchsten Zuschauerschnitt Europas und übertrifft sogar die jeweiligen ersten
Ligen vieler Länder. Zerstören Sie nicht durch vermeintlich kurzfristige
Gewinnchancen im Pay-TV gewachsene Strukturen, die sich in Deutschland über
Jahrzehnte bewährt haben. Nehmen Sie den Stadionzuschauer und seine
Interessen ernster als Sie das in den letzten Jahren getan haben – Sie
gefährden sonst mittelfristig in hohem Maße das, was Ihnen ja offenbar das
Wichtigste zu sein scheint: die Verkaufbarkeit des Produktes Fußball. Denn
in einem können Sie sich sicher sein:
Leere Kurven in Fußballstadien will sich auch im Fernsehen niemand
anschauen, erst recht nicht zur Unzeit.
Die Sozialromantiker-Ini des FC Sankt Pauli
www.sozialromantiker-stpauli.de