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Autor Thema: paintball e petition  (Gelesen 1946 mal)
vierZEHN
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« Antworten #15 am: Mittwoch, 17.06.2009, 20:42:08 »

Für all jene gedacht die nicht unbedingt mit Paintball direkt zu tun haben und trotzdem mitzeichnen wollen/möchten...

auf dieser Seite wird alles genau noch einmal erklärt

www.rette-paintball.de
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loreley
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-the darkness still has work to do-


« Antworten #16 am: Donnerstag, 18.06.2009, 16:02:49 »

Mal im ernst: Wer braucht Paintball ?

Ein "Spiel", bei dem es darum geht, auf einen Menschen bzw. ein anderes Lebewesen zu schießen, ist in meine Augen schlicht weg über.

Da lasse ich auch nicht so Argumente wie "is doch nur Spaß", "sind doch nur Farbpatronen"  oder "es stirbt ja keiner" und andere Verharmlosungen gelten.

Entscheidend ist für mich, dass hier irgendwie doch eine ethisch-moralische Grenze überschritten wird. Ich finde, schon allein der (heimlich) über diesem "Spiel" stehende Gedanke "wenn diese Waffe echt wäre, wäre der andere jetzt tot" ist doch verwerflich.

PC-Ballerspiele gehören für mich auch in diese Kategorie.



Und dabei glaube ich noch nicht einmal, dass solche Spiele die Spieler zu Amokläufern machen. Ich denke, das ist eine zu einfache Erklärung für das Versagen an anderer Stelle.



Mal ganz unabhängig davon, dass es sicherlich irgendwie nur Aktionismus ist, das solche Diskussionen und Politiker-Aktivitäten immer wieder dann aufkommen, wenn irgendwo was wie in Winnenden passiert ist: 

Der Antrieb für diese Art von "Spielen" ist m.E. keinenfalls sportlicher Natur, sondern wohl eher der, einem anderen überlegen zu sein ... überlegen im Sinne von "mehr Macht haben" oder genauer "wenn es eine echte Waffe wäre, hätte ich jetzt mehr Macht über meinen Mit-/Gegenspieler" ... also immer vor dem Hintergrund, dass man mit einer echten Waffe zu den Mächtigen gehören würde ...

Ich ja gebe zu, ein nicht unangenehmer Gedanke.  Und vielleicht könne sich manche Menschen auch richtig daran aufgeilen Augen rollen

Jedenfalls, wenn es um den sportlichen Aspekt ginge, gäbe es genug andere Sportarten, die nix mit "töten" zu tun haben.

Und sicherlich gibt es auch einen Spaßfaktor für die Beteiligten, ohne Zweifel, schließlich treffen dort Gleichgesinnte aufeinander.
Aber auch da gäbe es tausende Alternativen.


Ich frage mich auch, wie wohl die Angehörigen von Opfern darüber denken, die durch Schüsse starben. Ich denke jetzt garnicht mal nicht in erster Linie an die Leute aus Erfurt oder Winnenden ... sondern eher an "ganz normale" Vorfälle wie Banküberfällen, gelegentlich vorkommende Schießereien in Gaststätten, ... was weiß ich, bei denen Unbeteiligte zu Tode kommen. Was mögen diese Angehörigen denken, wenn sie davon hören, dass andere solche Schießereien auch noch nachspielen ? An der Stelle zählt es nämlich nicht, ob es sich dabei um Farbpatronen handelt oder nicht.



Mag sein, dass das alles weltfremd oder naiv klingt, und natürlich gibt es tausende andere, wichtigere Dinge, wo man noch viel eher ansetzen müsste, insbesondere die Kriegspolitik einiger Nationen und Politiker. Aber nur, weil man gegen das eine (die große Politik) nichts unternehmen kann, soll man das andere auch so belassen ? Und auch die große Politik fängt meistens im Kleinen an.

Ich halte es auch für falsch und verlogen, in diesem Fall auf falsche Toleranz zu setzen, so nach dem Motto: "wenn ich selber auch nicht mitmachen will, lass ich wenigstens die anderen in Ruhe ballern ... solange niemand auf mich ballert, stört es mich nicht".

Manche Sachen DARF man nicht tolerieren.


Sicherlich zugegeben, wenn man konsequent wäre, müsste man sogar kleinen Kindern auch das "Räuber und Gendarm"-  oder das "Cowboy- und Indianer"-Spielen untersagen ... vom längst fälligen Verbot der Produktion von Spielzeugpistolen und anderen Kinder-"Waffen" will ich mal garnicht erst reden.



Ich für meine Teil werde jedenfalls ganz sicher keine e-petion pro paintball unterzeichnen, im Gegenteil !

Ich möchte hiermit jeden auffordern, diese NICHT zu unterzeichnen !



Dem stimme ich zu. Außerdem bin ich der Meinung man sollte durchaus soweit gehen und Spielzeugwaffen vom Markt nehmen.

@ Tedi:

"...............
Ob man sich nun mit Fechtwaffen gegenüber steht oder mit Farbkugeln beschiesst ... den Unterschied kann ich beim besten Willen nicht sehen. Ich frage mich, warum Paintball so dämonisert wird, während Sportarten wie Fechten, Kendo, Aikido usw. offenbar niemanden stören. Es sollte hier nicht mit zweierlei Maß gemessen werden.
................"


Dem stimme ich nicht zu. Der entscheidende Unterschied zwischen Kampfsportarten bzw Fechtsport und Sportarten mit Schusswaffen ist der direkte Körperkontakt. Quasi dass "töten mit den eigenen Händen". Mit Schusswaffen ist dieser Vorgang indirekt, einfacher und ohne großartige körperliche Kraft oder Übung möglich.

Ich glaube schon dass eine e-petition etwas erreichen kann; diese allerdings ohne meine Stimme.
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quae ferrum non sanat, ignis sanat.
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« Antworten #17 am: Donnerstag, 18.06.2009, 18:55:54 »


@ Tedi:

"...............
Ob man sich nun mit Fechtwaffen gegenüber steht oder mit Farbkugeln beschiesst ... den Unterschied kann ich beim besten Willen nicht sehen. Ich frage mich, warum Paintball so dämonisert wird, während Sportarten wie Fechten, Kendo, Aikido usw. offenbar niemanden stören. Es sollte hier nicht mit zweierlei Maß gemessen werden.
................"


Dem stimme ich nicht zu. Der entscheidende Unterschied zwischen Kampfsportarten bzw Fechtsport und Sportarten mit Schusswaffen ist der direkte Körperkontakt. Quasi dass "töten mit den eigenen Händen". Mit Schusswaffen ist dieser Vorgang indirekt, einfacher und ohne großartige körperliche Kraft oder Übung möglich.

Ich glaube schon dass eine e-petition etwas erreichen kann; diese allerdings ohne meine Stimme.

Ganz grundsätzlich und eindeutig vorweg: Wir simulieren keine Tötungen (siehe mein Posting oben)!!! Wir tun das genauso wenig, wie Kids, die sich im Sommer mit Wasserpistolen ihren Spaß machen. Wenn es anders wäre, würde ich das Spiel nicht spielen und genauso wenig die Leute, die ich kenne!!! Paintball hat nicht mal kriegerische oder irgendwie auf reale Tötungen ausgerichtete Ursprünge, was es erheblich von allen Kampfsportarten inklusive Fechten unterscheidet. Es war im Gegensatz zu Kampfsportarten, Fechten usw. noch nie auf die reale Tötung von Menschen ausgelegt!
Anscheinend schreibst Du Paintball aber zu, dass es Gewaltausübung befördert. Dazu folgendes:
Die bisherige Forschung zeigt keinen gewaltfördernden Effekt von Paintball. Im Gegenteil gibt es sogar ein Gutachten, demzufolge Paintball geeignet ist, Stress und Aggressionen abzubauen. Worüber reden wir hier also überhaupt?!
Wir trainieren nicht dem Umgang mit echten Schusswaffen und tun nichts, was bei uns eine erhöhte Bereitschaft erzeugt, zu einer echten Schusswaffe zu greifen und damit Leute zu töten (siehe Stand der Forschung)!
Und mal ganz unabhängig von der bisherigen Forschung: Meinst Du im Ernst, ein Fechter hat eine gesteigerter Neigung, andere Menschen mit einem Degen zu attackieren, weil er im Training oder Wettkampf auf seinen Gegenspieler einsticht? Und wieso sollten dann Paintballer eine höhere Tötungsbereitschaft aufweisen als Sportler, die Fechten, Kendo, Aikido etc. betreiben? Oder bist Du am Ende gar nicht der Ansicht, dass all die genannten Sportarten die Gewaltbereitschaft erhöhen? Dann bleibt nur noch Dein Argument, das Töten mit Schusswaffen sei im Gegensatz zum Töten mit "direktem" Körperkontakt usw. einfacher, ohne Kraftaufwand usw möglich. Aber das ist in dieser Diskussion völlig irrelevant. Weder können wir mit echten Schusswaffen umgehen noch sind wir eher bereit, Konflikte mit Schussaffen zu lösen! Wie leicht irgendwelche Leute andere mit Schusswaffen töten, hat mit unserem Sport nichts zu tun!

Nachsatz:
Damit keine Missverständnisse entstehen: Ich habe in keiner Weise etwas gegen Kampfsport und sehe kein gewaltförderndes Potenzial. Im Gegenteil bin ich natürlich der Auffassung, dass man als Aktiver diese Sportarten als das anshieht, was sie sind: als Sportarten und nicht als Killertraining. Ich will nur die Widersprüchlichkeit und das Messen mit zweierlei Maß bei den Vorwürfen gegen Paintball aufzeigen.
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Mmmuuuuuhhh !!!!


« Antworten #18 am: Samstag, 20.06.2009, 04:08:12 »

Als alter Paintball-Spieler habe ich die Petition mitgezeichnet; leicht amüsiert von den ewig wiederkehrenden Argumenten der Verbots-Befürworter.


Wirklich amüsant finde ich es, wenn Leute Paintball oder andere "Konfliktsportarten" verteufeln, Spielzeugwaffen am liebsten verboten sehen wollen – aber es kommentarlos tolerieren wenn mit ihren Steuergeldern massiv Unterstützung geleistet wird, Menschen in fernen Ländern mit so spaßigen Kampfmitteln wie weißem Phosphor bei lebendigem Leibe zu verbrennen. Auch scheint es mir moralisch und intellektuell fragwürdig die Produktion von Spielzeugwaffen rhetorisch anzugreifen, dabei aber komplett zu ignorieren das Deutschland drittgrößter Exporteur von WIRKLICHEN WAFFEN ist.  Unentschlossen

[Muuuhh!! an]
Was ist mehr Protest wert? Große Kinder die sich mit Farbkugeln beschießen, oder Clusterbomben aus deutscher Produktion die im Libanon, im Irak oder Gaza auf dicht besiedelte Gebiete abgeworfen werden – und deren 8% Blindgänger-Submunitionen noch Monate und Jahre später Erwachsene und Kinder verstümmeln??
Für manche Zeitgenossen mögen das "Protestwertere" tatsächlich die großen Kinder sein, aber solchen Helden der Moral wünsche ich das sie mal mit kriegsverstümmelten Kindern konfrontiert werden, deren Agonie sie doppelt unterstützt haben; einmal durch stillschweigende Akzeptanz der Waffenexporte – andererseits durch ihre Steuergelder mit denen „militärische Unterstützung“ an Zivilisten-Bombardierer gegeben wird.
Solchen, moralisch fragwürdig justierten, Zeitgenossen wünsche ich das sie zeitnah mal eine nachfühlbare Vorstellung bekommen wie es ist, wenn ein Zivilist in einem fernen Land durch ein Spitzenprodukt der deutschen Rüstungswirtschaft langsam bei lebendigem Leibe verbrannt wird. (Die Amis nennen die Prozedur „Shake ´n bake“)
Vielleicht überdenken solche para-faschistoiden Quanten-Moralisten dann mal ihre Prioritäten bzw ihr Weltbild.


Nebenbei – seit Jahrhunderten trainieren die Militärs der Welt ihren Rekruten gezielt, mit wissenschaftlichem Hintergrund, die natürliche Tötungshemmung ab. – Und wieviele „Winnendens“ wurden von Ex-Soldaten begangen?
Allein dieser Hintergrund wird von den meisten eng-horizontigen Hysterikern und Doppelmoral-Experten zum Thema Paintball ignoriert, gehen sie doch davon aus das weil das Spiel nach Krieg aussieht – muß es auch Krieg sein. Wozu weiter denken?

An diesem Punkt scheint mir angebracht kurz auf das psychologische Konzept der „Gesellschaftskonformen Kanalisierung von negativen Emotionen“ zu verweisen, das im Zusammenhang mit „Konfliktsportarten“ von großer Bedeutung ist; obwohl mir klar ist das dieses eine Theorie für Fortgeschrittene ist.
In kurz bedeutet es soviel wie: Wenn Leute ihre Agros auf eine Weise ablassen können ohne von ihren Mitmenschen dafür negative Reaktionen zu bekommen, werden mehr als 9 von 10 eher den gesellschaftskonformen Weg wählen, bevor sie anfangen zu metzeln.
Betrachtet man die umfassend publizierten Amok-Fälle der letzten Jahre, ist sehr deutlich das keiner der jeweiligen Protagonisten über Möglichkeiten verfügte seine negativen Emotionen kanalisiert zu „entsorgen“. – Deshalb könnte ein Verbot von Konfliktsportarten wie Paintball theoretisch sogar den Level von Gewalt in der Gesellschaft heben, würde es doch funktionelle Wege der Agro-Kanalisierung verschließen.

[Muuuhh!! aus]

Ich sollte bald mal wieder spielen gehen, glaub ich ........  Smiley



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« Antworten #19 am: Samstag, 20.06.2009, 08:31:23 »

@utho: +1
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Vin Diesel versenkte die Titanic in der Hoffnung den Film früher enden zu lassen.
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« Antworten #20 am: Sonntag, 21.06.2009, 14:32:34 »

Hmm, das erinnert mich alles ein wenig an den Höhlenmenschen, der glaubt, der Donner am Himmel samt Erhöhung der Windgeschwindigkeit sei eine Antwort auf, bzw. Bestrafung für seinen heutigen Morgenfurz - der ja schließlich ähnlich klang und auch mit Luftbewegung verbunden war, und für den seine Frau ihn prompt gescholten hatte ...
Ähnliche Zusammenhänge wurden ja zu allen Zeiten gern von Menschen hergestellt: Wir sind wirklich großartig darin, Muster zu erkennen, wo eigentlich keine sind - seien es Bilder in den Wolken am Himmel, Naturkatastrophen als "Strafe" für ein Volk, das "gesündigt" hatte, oder "Eselsbrücken", wie z.B. Muster in irgendwelchen Konto- oder Telefonnummern.
Nun, ohne diese Fähigkeit wäre die Menschheit heute sicher nicht, wo sie ist, andererseits sollten wir dem rein magischen Weltbild langsam entwachsen sein.

Die Gleichung "Paintballer schießen auf Menschen" = "Amokschützen schießen auf Menschen" mag Nichtdenkern ja aufgrund der 75% Wortgleichheit im Sinne eines Jauch'schen Publikumsjokers schlüssig erscheinen, bleibt aber dennoch Blödsinn und ist mathematisch sowieso falsch, sofern nicht "Paintballer=Amokschützen" - und das ist ja wohl nicht generell so.
Was ist übrigens mit unseren Soldaten?
Bei der Bundeswehr wird man doch darauf trainiert, auf Menschen zu schießen, bzw. sie zu töten!?

Und dann noch Schach:
Ein Strategiespiel, daß ausschließlich vom Können und nicht vom Zufall (Glück) abhängt, und ausschließlich auf die Vernichtung der Regierung (König) abzielt!
Müßte das nicht im Zuge der Terrorismusbekäpfung verboten werden?

(Musikerwitz: Was ist der Unterschied zwischen einem Terroristen und einem Organisten? Mit einem Terroristen kann man möglicherweise verhandeln ...)
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« Antworten #21 am: Montag, 22.06.2009, 17:16:03 »

Ich glaube, ich schrieb hier schon einmal: "cum hoc ergo propter hoc" ( http://de.wikipedia.org/wiki/Cum_hoc_ergo_propter_hoc )

Um Geekay's Posting mal kurz zusammenzufassen  Grinsend
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http://www.xkcd.com/386/

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