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Marie Chen
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Stell dir vor, es ist Bundestagswahl 2009 und keiner geht hin!
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Thema: Stell dir vor, es ist Bundestagswahl 2009 und keiner geht hin! (Gelesen 3256 mal)
Dark_Angel
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Stell dir vor, es ist Bundestagswahl 2009 und keiner geht hin!
«
am:
Donnerstag, 17.09.2009, 16:53:16 »
Nun, es ist bald wieder der Zeitpunkt, dass die Bürger ihr Kreuz nehmen...machen dürfen.
Am 27.09.2009 ist Bundestagswahl!
Die Wahl der Qual und viele Fragen:
Soll ich wählen gehen? Wenn ja,
wen soll ich wählen?
Das man wählen gehen sollte, hat sicher jeder mitbekommen. Dafür werben schon seit längerem viele Initiativen. Von den Parteien hingegen kam wenig Informationen über die Inhalte für die nächsten Jahre. Da kann man schon froh sein, wenn wenigstens wichtige Sachgebiete benannt wurden. Das große TV-Duell der Spitzenkandidaten wurde zwar auf vier Kanälen übertragen, aber es war inhaltlich eher zum Einschlafen. Informativer und konkreter war da schon das TV-Duell der kleinen Parteien. Wer nichts mitbekommen hat, der kann eine kleine Hilfe über den
Wahl-O-Mat
der Bundeszentrale für politische Bildung bekommen.
Wahlmüdigkeit? Ich glaube, dass viele Nicht-Wähler/innen nicht politisch uninteressiert sind, sondern sich nicht vertreten fühlen. Wer dieser Meinung ist, der sollte es auch zum Ausdruck bringen und sich nicht als wahlmüde abstempeln lassen. Warum nicht einmal eine ungültige Stimme abgeben, indem man alle Parteien und Kandidaten durchstreicht.
Ach, und jede Stimme bedeutet
70 Cent
für die Parteien.
«
Letzte Änderung: Donnerstag, 17.09.2009, 18:50:17 von Dark_Angel
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Südwestende
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Re: Stell dir vor, es ist Bundestagswahl 2009 und keiner geht hin!
«
Antworten #1 am:
Donnerstag, 17.09.2009, 17:29:11 »
Zitat von: Dark_Angel am Donnerstag, 17.09.2009, 16:53:16
Am 22.09.2009 ist Bundestagswahl!
ahem.....
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Sturmbarth
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Re: Stell dir vor, es ist Bundestagswahl 2009 und keiner geht hin!
«
Antworten #2 am:
Donnerstag, 17.09.2009, 20:36:24 »
Zitat von: Dark_Angel am Donnerstag, 17.09.2009, 16:53:16
Warum nicht einmal eine ungültige Stimme abgeben, indem man alle Parteien und Kandidaten durchstreicht.
Das musste man nur machen, wenn man in der damaligen DDR mit "Nein" stimmen wollte. Für ne ungültige Stimme reicht es, einfach nix anzukreuzen.
Ungültige Stimmen haben auf das Wahlergebnis übrigens den gleichen Einfluss wie nicht abgegebene Stimmen.
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drumfreddy
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Re: Stell dir vor, es ist Bundestagswahl 2009 und keiner geht hin!
«
Antworten #3 am:
Donnerstag, 17.09.2009, 20:57:37 »
das stimmt nicht ganz, da ungültige stimmen in den Gesamtprozentsatz mit eingerechnet werden, was bei nichtabgegebenen Stimmen nicht der Fall ist.. also lieber ungültig Wählen als gar nicht. Gar nicht wählen hilft nur den Extremisten, links wie rechts..
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Metallihead
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Re: Stell dir vor, es ist Bundestagswahl 2009 und keiner geht hin!
«
Antworten #4 am:
Donnerstag, 17.09.2009, 21:09:22 »
Zitat von: drumfreddy am Donnerstag, 17.09.2009, 20:57:37
das stimmt nicht ganz, da ungültige stimmen in den Gesamtprozentsatz mit eingerechnet werden, was bei nichtabgegebenen Stimmen nicht der Fall ist.. also lieber ungültig Wählen als gar nicht. Gar nicht wählen hilft nur den Extremisten, links wie rechts..
Falsch. Siehe u.a. hier:
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John Gilmore
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Die Revolution lässt sich nicht wählen!
Re: Stell dir vor, es ist Bundestagswahl 2009 und keiner geht hin!
«
Antworten #5 am:
Donnerstag, 17.09.2009, 21:28:47 »
Man kann natürlich auch das wählen was man immer wählt. Da ändert sich wenigstens nichts. Außer das so manches schlechter wird und Schuld sind immer die da oben. Aber das hat einen erhebliche Vorteil: man kann wie immer meckern, wie schlecht alles ist und das man sowieso nichts ändern kann... Also, vor dem Meckern vielleicht mal merken, WEN man gewählt hat und dann das Meckern einstellen.
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drumfreddy
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Re: Stell dir vor, es ist Bundestagswahl 2009 und keiner geht hin!
«
Antworten #6 am:
Donnerstag, 17.09.2009, 22:06:43 »
Zitat
Falsch. Siehe u.a. hier:
http://www.wahlrecht.de/lexikon/ungueltig.html
upsa.. na denn..nächstes mal vorher schlau machen
--hatte nur neulich gerade dieselbe Diskussion mit nem Kumpel der Politikwiss. studiert und der mir das wiederlegte, als ich genau das gesagt habe wie Sturmbarth. Hab das dann mal geglaubt ohne Nachkontrolle..aber gut zu wissen: Jetzt kann ich ja auftrumpfen
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Dark_Angel
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PC69 Inventar
Re: Stell dir vor, es ist Bundestagswahl 2009 und keiner geht hin!
«
Antworten #7 am:
Freitag, 18.09.2009, 00:08:42 »
Zitat von: Sturmbarth am Donnerstag, 17.09.2009, 20:36:24
Zitat von: Dark_Angel am Donnerstag, 17.09.2009, 16:53:16
Warum nicht einmal eine ungültige Stimme abgeben, indem man alle Parteien und Kandidaten durchstreicht.
Das musste man nur machen, wenn man in der damaligen DDR mit "Nein" stimmen wollte. Für ne ungültige Stimme reicht es, einfach nix anzukreuzen.
Ungültige Stimmen haben auf das Wahlergebnis übrigens den gleichen Einfluss wie nicht abgegebene Stimmen.
Na, ich will es doch den Wahlhelfern leicht machen. Den Hinweis mit der Erklärung auf der Rückseite finde ich lustig. Mir geht es nur darum, dass die Parteien mal eine griffige Rückmeldung bekommen. 5-10% ungültige Stimmen sind etwas anderes als 30-45% Nicht-Wähler. Eine politische Wahl ist etwas anderes als eine Wahl des Klassensprechers, wo der/die beliebteste Schüler/in gewählt wird. Sorry, aber diesen Stellenwert hat für mich eine politische Wahl in den letzten Jahren. Die politischen Ziele von CDU und SPD unterscheiden sich kaum, besonders wenn man die Umsetzung betrachtet. Ich gehe von einer großen Koalition aus.
«
Letzte Änderung: Freitag, 18.09.2009, 00:13:44 von Dark_Angel
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TeaBee
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Es gibt ein Leben VOR dem Tod!
Re: Stell dir vor, es ist Bundestagswahl 2009 und keiner geht hin!
«
Antworten #8 am:
Freitag, 18.09.2009, 01:30:44 »
ich glaube, von Hermann L. Gremliza stammt das Zitat "Ich gehe erst wieder wählen wenn ich den Vorstand der Deutschen Bank wählen darf"
... und das spiegelt meines Erachtens nach ganz gut gewisse Verhältnisse in der Politik wieder: wesentliche Entscheidungen "der Politiker" sind gegen den Willen der Bosse nicht durchzusetzen! Darüber ob man als Umkehrschluss sogar behaupten kann, dass die wichtigen politischen Weichenstellungen in Vorstandsetagen (oder auf dem Golfplatz
) geplant werden und die Politiker nur Erfüllungsgehilfen sind bin ich mir nicht ganz so sicher, ein bisschen "reale" Macht haben soziale (Gegen-)Bewegungen doch noch (hoffe ich jedenfalls!).
Zwei Beispiele:
1.) Politikwechsel in Deutschland von der Kohl-Ära zu Rot-Grün
Der dröge "Ich sitze alles aus"-Politikstil des Herrn Kohl war zu dem Zeitpunkt auch bei seinen einstigen Förderern unten durch ... und nur unter einem SPD-Kanzler (mit grünem Bundes-Joschka als Aussenposten) waren zum einen in der Innenpolitik diverse soziale Grausamkeiten durchzusetzen ... und zum anderen in der Außenpolitik die - erstmals auch militärisch begleitete - deutlich aggresivere Vertretung deutscher Wirtschaftsinteressen
2.) "Bankenkrise"
Nachdem jahrelang massiv die Deregulierung gefordert wurde (und auch brav von der Politik durchgesetzt wurde) kam auf einmal die grosse Überraschung: des Kaisers neue Kleider stellten sich als pure Illusion heraus (für Bänker: wenn man um einen Haufen Klopapier ne goldenene Schleife bindet werden nicht automatisch aus dem Klopapier 200€-Scheine
)
Und dann die Reaktion der Hochfinanz: Betteln um Steuergelder ... Systemkrise ... ja wir haben da ne Kleinigkeit übersehen ... ja, man muss das begrenzen ... aber nun mal her mit der Kohle!
Inzwischen wurden zig Billionen weltweit aus Steuergeldern reingebuttert ... und sobald sich eine Beruhigung eingestellt hat wird so weitergemacht wie vor der Krise ... und am allershlimmsten: die eifrigen Lobbyisten werden es auch schaffen, die geplanten Regulierungen zu stoppen bevor sie überhaupt in Kraft treten
Bin schon wahnsinnig gespannt auf die nächste grosse Krise in 5 Jahren: da wird's dann wirklich kriminell werden
Zurück zum Thema: der o.g. Einfluss war meiner Meinung nach schon immer gross (bspw. ist Hitler ja auch erste durch massive Einflussnahme der Grossindustriellen seinerzeit endgültig zur Macht gekommen) ... aber heute ist leider wegen der globalen Positionierung der grossen KOnzerne / Banken erst recht keine Kontrolle - oder gar der Aufbau einer (Gegen-)Macht - möglich.
Und noch näher zurück zum Thema: mir sträuben sich die Haare wenn ich lese das ausgerechnet die grösste deutsche Lobbyistenpartei (die bspw. die Deregulierung der Finanzmärkte jahrelang ganz gross auf ihrer Fahne stehen hatte) jetzt auch noch in der Krise Wähleranteile dazugewinnt ... als wenn wir nicht eh schon viel zu viele Lobbyisten hätten.
Und zuletzt noch ne Anmerkung zum Thema "Rot-Rot-Grün": wenn man sich mit den knapp 150 Jahren "linker Parteien-Geschichte" in Deutschland beschäftigt hat (ich zähle jetzt mal die SPD zu den "linken" Parteien) dann weiss man, dass eines auf keinen Fall passieren wird: das sich die linken Parteien irgendwie zusammenraffen und gemeinsam gegen das rechte Lager agieren. Stattdessen werden sie sich - wie bisher immer - gegnseitig zerfleischen (zur Not auch wegen irgendwelcher drittrangigen Pillepalle-Themen).
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Metallihead
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Re: Stell dir vor, es ist Bundestagswahl 2009 und keiner geht hin!
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Antworten #9 am:
Freitag, 18.09.2009, 08:43:26 »
Ich muss mich zurückhalten hier jetzt keine Wahlwerbung zu machen
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Re: Stell dir vor, es ist Bundestagswahl 2009 und keiner geht hin!
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Antworten #10 am:
Freitag, 18.09.2009, 09:00:15 »
Zitat von: Metallihead am Freitag, 18.09.2009, 08:43:26
Ich muss mich zurückhalten hier jetzt keine Wahlwerbung zu machen
Ist deine Signatur nicht schon sowas wie Wahlwerbung?
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Südwestende
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Re: Stell dir vor, es ist Bundestagswahl 2009 und keiner geht hin!
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Antworten #11 am:
Freitag, 18.09.2009, 09:23:31 »
Zitat von: Metallihead am Freitag, 18.09.2009, 08:43:26
Ich muss mich zurückhalten hier jetzt keine Wahlwerbung zu machen
Daumen hoch! - kluger Gedanke. ...aber irgendwie ist doch jede Meinung eine Art politischer Werbung, oder? (danke, Ridcully - warst schneller...)
Zu dem von TeaBee erwähnten Verhältnis von Macht und Geld möchte ich trotzdem ein bisschen
Meinung
beitragen:
Ja, ich weiß auch, dass Geld ein Machtfaktor ist. Geld ist so etwas wie das Öl im Motor des menschlichen Handelns und Wirtschaftens. Das liegt in der Logik eines universellen Austauschmittels. Es steht ja gezielt für ein Potential, dessen Inhalt offen gelassen ist. Wo viel davon ist, ist viel Potential= Macht.
Es ist aber nicht der einzige Faktor, wenn es um Macht geht. Da hätten wir zum einen die rein physische Macht/Kraft, die sich letztlich vor allem im Militärischen niederschlägt. Der Banker/Kapitalist/Großkonzern etc. ist ziemlich am A... , wenn seine Besitztümer mit roher Gewalt geschliffen, besetzt, gesprengt oder mit Militärgewalt (s)eine Währung entwertet wird. Natürlich benötigt auch Militär wieder Geld (weswegen die Entstehung der Geldwirtschaft sehr eng mit den Machtgelüsten der Könige und Fürsten früherer Zeiten verbunden war...), aber hier herrschte immer ein Wechselspiel zwischen Macht und Geld. Es sind auch Banken und schwerreiche Leute abgestürzt, weil der Staat, dem sie ihre Kohle geliehen hatten, pleite war...
Der nächste wichtige Punkt: Die psychologischen Ziele und Motive der Handelnden Figuren, ihre "Werte".
Je nachdem, in welche Richtung mächtige und/oder reiche Menschen ihr Potential lenken, entsteht aus Geld oder Macht sehr unterschiedliches. Dort gibt es zwangsläufig gewisse Freiheiten im System, weswegen der Gesamtablauf der Geschichte ja auch so schlecht vorhersagbar ist.
Zu alledem empfehle ich mal zwei sehr aufschlussreiche Druckwerke: Die Zeit/Geschichte : "Der Prophet der Krisen - Karl Marx" und Der Spiegel/Geschichte : "Geld! von den Fuggern zur Finanzkrise, eine Chronik des Kapitals"
Ich lese die Welt (auch durch solche Literatur bestätigt) jedenfalls viel eher als ein ewig-bewegliches Wechselspiel der Kräfte, wie in der Natur, und nicht als die böse Ausbeutung von "oben" nach "unten". Das gibt es zwar auch, es ist ein Teil des Spiels, aber genauso wachsen die Bäume nie in den Himmel. Das hat man jetzt gut bei den implodierten Finanzwerten gesehen....
Und was heißt das für mich beim Wählen? Ich wähle immer anders. Immer die Kraft, die grade am
wenigsten
mit Maximierung eines bestimmten Wertes droht (das kann auch der maximale Ausgleich aller Besitztümer sein...
)
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Sturmbarth
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Re: Stell dir vor, es ist Bundestagswahl 2009 und keiner geht hin!
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Antworten #12 am:
Freitag, 18.09.2009, 11:07:11 »
Zitat von: Dark_Angel am Freitag, 18.09.2009, 00:08:42
Na, ich will es doch den Wahlhelfern leicht machen. Den Hinweis mit der Erklärung auf der Rückseite finde ich lustig. Mir geht es nur darum, dass die Parteien mal eine griffige Rückmeldung bekommen. 5-10% ungültige Stimmen sind etwas anderes als 30-45% Nicht-Wähler. Eine politische Wahl ist etwas anderes als eine Wahl des Klassensprechers, wo der/die beliebteste Schüler/in gewählt wird. Sorry, aber diesen Stellenwert hat für mich eine politische Wahl in den letzten Jahren. Die politischen Ziele von CDU und SPD unterscheiden sich kaum, besonders wenn man die Umsetzung betrachtet. Ich gehe von einer großen Koalition aus.
Ob das die Wahlhelfer wirklich interessiert? Und ob sich die Parteien da wirklich drum kümmern?
Und nicht zuletzt die Frage, ob man Wähler dafür mobilisieren kann, hinzugehen und nichts zu wählen? Ich glaube, wer schon geht, der will dann auch mitbestimmen.
Blöd ist einfach auch die Situation, dass man bei der aktuellen 5-Parteien-Konstellation mit seiner Stimme gar nicht unbedingt die Regierung wählt, die man vielleicht haben will. Wie wählt man denn z.B. die große Koalition, für die Angie und Frank-Walter beim Fernsehduell so schön Werbung gemacht haben?
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Dark_Angel
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Re: Stell dir vor, es ist Bundestagswahl 2009 und keiner geht hin!
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Antworten #13 am:
Freitag, 18.09.2009, 12:45:24 »
Als Wahlhelfer interessiert es kaum, wer und was gewählt wird. Das ist auch die Aufgabe eines Wahlhelfers. Die Politiker werden sich darum kümmern müssen, wenn ihnen die Medien unter die Nase reiben, dass 5-10% ungültige Stimmen eine bröckelnde politische Legitimation der Volksvertreter bedeutet. Immerhin sind die Wahlbeteiligungen immer ein Thema in der Nachbesprechung einer Wahl. Die Mobilisierung ist sicher ein Problem. Nur mit den neuen Medien gibt es alternative Berichterstattungsmöglichkeiten. Bei der letzten Wahl in der USA hat das Internet eine wichtige Rolle gespielt.
Ich bin der Meinung, dass wir es uns im bestehenden Demokratieverständnis bequem gemacht haben und uns wundern, dass sich unsere Volksvertreter...nicht alle...bequem machen. Die da oben werden es schon richten. Die wissen schon, was das Beste für uns ist. Dabei haben wir die Wahl: Entweder folgen wir dem Führer (sehr provokativ ausgedrückt) oder gehen zur Montagsdemonstration. Nur wenn ich dem Führer folge, dann darf ich nachher nicht maulen, dass man nichts gewusst habe. Es scheint so, dass wir sehr zufrieden mit unseren Volksvertretern sind. Sonst würde mehr auf die Lösung bestimmter Probleme gedrängt werden, denn dank Meinungsfreiheit und Demonstrationsrecht steht eine Kritik dieser nicht unter Strafe. Bei den Montagsdemonstrationen in der DDR war das ein anderer Fall. Damals musste man mit Strafen eigentlich rechnen und trotzdem sind die Leute auf die Straße gegangen, weil ihnen ihr Ziel wichtig war.
By the way: Es geht mir nur um die Nicht-Wähler. Wenn ich meine Stimme nicht nutze, dann will ich damit meine Meinung zum Ausdruck bringen. Wenn keiner damit anfängt, dann wird sich auch nie etwas ändern oder?
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Froschgyros
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Die Revolution lässt sich nicht wählen!
Re: Stell dir vor, es ist Bundestagswahl 2009 und keiner geht hin!
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Antworten #14 am:
Freitag, 18.09.2009, 14:16:03 »
Grundsätzlich freut es mich ja, dass hier so rege diskutiert wird. In einschlägiger Literatur findet man viel über Politiker als Beruf, Politik als System und den Zusammenhang zwischen Industrie und Politik. Im Mittelpunkt steht immer macht und dass der Kapitalismus natürlich dem Kapital folgt ist auch klar.
Nicht wählen gehen bzw. ungültige Stimmzettel abgeben ist eine Möglichkeit. Besser finde ich jedoch einfach mal etwas anderes zu probieren. Wohin Rot/Grün oder Schwarz/Gelb uns geführt haben ist klar abzulesen und vielleicht ist es einfach an der Zeit mal etwas anderes zu wählen.
Gewöhnlich tauchen an dieser Stelle Hellseher in Massen auf, die mystisches Wissen der Zukunft bemühen mit Sätzen: "Da wird doch auch nichts anders.." etc. Diesen Leuten empfehle ich sich als Hellseher oder Wahrsager zu versuchen und eine Menge Geld zu verdienen.
Wenn seit Jahrzehnten etwas nicht funktioniert, kann man auch mal etwas anderes probieren und das andere "Angebot", von den Linken bis zur Piraten Partei, ist ja da.
Ich gehe auf jeden Fall wählen und ich kann mir gut vorstellen, dass die kleinen Parteien eine gute Chance haben, obwohl es auf Rot/Rot oder Schwarz/Grün hinauslaufen wird. Aber das ist lediglich eine Vermutung, die sich hoffentlich zum Teil nicht bestätigt.
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