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Autor Thema: Ende einer Ära: Im "Capitol" gehen die Lichter aus  (Gelesen 2042 mal)
premutos
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« am: Donnerstag, 29.10.2009, 08:42:03 »

29.10.2009 HERFORD

Ende einer Ära: Im "Capitol" gehen die Lichter aus
Schließung am Samstag: Die Stadt hält ein Kino für wichtig und spricht mit potenziellen Investoren über Alternativen

VON CORINA LASS


Kinocenter | FOTO: DUNEKL

Herford. Am Samstag hebt sich der Vorhang zum letzten Mal. Das Capitol-Kino an der Elisabethstraße mit seinen vier Sälen, dem größten davon für 200 Besucher, schließt. Inhaber Andreas Tappe hatte das eigentlich erst zum Jahresende geplant. Weil sich der Betrieb aber nicht mehr rechnet, beschloss er kurzfristig das Aus.

Die Entscheidung fiel am Montag, sagt sein Geschäftsführer, der namentlich nicht genannt werden möchte. Tappe selbst befindet sich zurzeit in Südamerika. Mit der Schließung fallen fünf Arbeitsplätze weg. Die Mitarbeiter sind informiert.

Das Aus fürs Kino bedeutet vorerst das Ende der Herforder Kino-Ära: Ein letztes Lichtspielhaus betreiben die Briten in der Wentworth-Kaserne.

Wirtschaftsförderer Dieter Wulfmeyer war gestern von den kurzfristigen Entscheidung Tappes überrascht. Da das Kino-Gebäude schon länger zum Kauf angeboten wird, gebe es bei der Stadt aber Überlegungen zur künftigen Entwicklung des Quartiers – und zum Thema Kino überhaupt.

"Wir denken in verschiedene Richtungen", sagt Wulfmeyer. Ein Nachfolge-Kino im Capitol zu etablieren, sei "sicher schwierig". Erwogen werde eine Überplanung des Gebietes, die die Flächen hinter dem Kino einbezieht und sie auch an die Bäckerstraße anbindet. Ein Betrieb mit Zugkraft könnte positiv auf die Straße ausstrahlen und eine Scharnier-Funktion für die Radewig haben. Letztlich würden alle Überlegungen aber auch vom neuen Eigentümer abhängen.

Wulfmeyer hält ein Publikumskino in Herford für eminent wichtig. Deshalb würden auch andere Standorte erörtert – etwa die Fläche am Janup. Sie sei bei potenziellen Investoren bereits ins Gespräch gebracht worden.

Weil ein Herforder Kino aber die Konkurrenz der Multiplex-Zentren in Bielefeld nicht bestehen könne, müsse es in eine andere Nutzung eingebunden werden, Stichworte: Geschäfte, Cafés. In der Wirtschaftskrise sei es jedoch generell schwierig, einen Investor zu finden. Und die Alternative, ein Miniplex-Kino, ist für große Kino-Unternehmen keine Option, wie eine Anfrage bei der Hamburger Pressestelle des Cinemaxx ergab.

Die Konkurrenz durch die großen Multiplex-Kinos in Bielefeld habe dem Capitol sehr zu schaffen gemacht, sagt der Geschäftsführer. "Die jungen Leute sind motorisiert, die wollen nach dem Kinobesuch noch etwas erleben." Sie beschäftigten sich zudem viel mit dem Handy oder würden Filme aus dem Internet laden – auch illegal. Ältere Menschen gingen hingegen kaum ins Kino, sie sähen lieber fern. Zudem sei der Kinobesuch in der gegenwärtigen Zeit auch eine Kostenfrage.

Probleme haben Kinos in kleineren Städten zudem durch den Filmverleih: Bei einer geringeren Zahl von Kopien werden größere Kinos vorrangig beliefert, so der Geschäftsführer. "Wir kommen erst drei oder vier Wochen später dran", wenn der Film in den Großkinos schon nicht mehr viele Besucher zieht. Ein Beispiel: Das Capitol habe "Die Päpstin" zeigen wollen. Weil der Film aber mit relativ wenigen Kopien auf den deutschen Markt komme, blieb Herford zunächst außen vor.

Zum Ende der Kino-Ära in Herford hatte das Capitol zudem die Michael-Jackson-Dokumentation zeigen wollen, die in dieser Woche anläuft und die das Kino beworben hat. Doch auch da machte der Verleiher den Betreibern einen Strich durch die Rechnung: Einem Kino, das am Samstag schließt, wollte er keine Kopie des Films zukommen lassen. "Die Leute, die in unsere Vorstellung kommen, werden enttäuscht sein".

Bis zur Einführung der Rauchergesetze durften die Besucher im Capitol Tabak genießen, Essen und Getränke wurden am Platz serviert. Ein Service, der nicht die Resonanz fand, die sich die Betreiber gewünscht hatten, wie der Geschäftsführer bedauernd anmerkt.

Quelle:www.nw-news.de

Ich muss gerade mal ´n bisschen kotzen Traurig. Ausser den beschissenen Multiplex-Kästen ist nun nicht mehr viel übrig. In´s Capitol bin ich schon als kleines Kind mit meiner Mutter gegangen wenn vor´m Film der Weihnachtsmann kam Weinen... Sowas gibt´s heute gar nicht mehr.

Zuletzt hab´ ich Inglorious Basterds dort gesehen. Ich werde wohl am Samstag noch mal reingucken.
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« Antworten #1 am: Donnerstag, 29.10.2009, 12:43:54 »

Ich muss gerade mal ´n bisschen kotzen Traurig Ausser den beschissenen Multiplex-Kästen ist nun nicht mehr viel übrig.
tja, das unangenehme Gesicht der freien Marktwirtschaft. Der Hang zu "immer größer, immer "billiger".... solange Menschen supergünstig-Angebote von Lidel&co so geil finden wie die neuesten Blockbuster wird damit auch mehr Geld verdient als mit individuellem Idealismus - der Rest ist Nostalgie und ohne Geld geht es nicht. 

Traurig? Ja, aber wie ginge es besser ?!
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premutos
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« Antworten #2 am: Donnerstag, 29.10.2009, 13:09:44 »

Brauchen wir 3 Multiplexkinos im Umkreis von 30km von denen keines richtig läuft?

Ich kann mich erinnern wie bei der Premiere von "Indiependance Day" 1996 Schlangen vor´m Capitol standen. Die Besucher kannte man so gut wie alle, da war massenhaftes Shake Hands beim Gang durch die Reihen angesagt. Weiß ich noch als wenn´s gestern gewesen wäre, ein super Abend! Ich habe während des Films eine ganze Schachtel Luckys verdrückt und das Bier wurde auf Knopfdruck gebracht Smiley. Dies nur als Beispiel für viele schöne Abende.

Vor kurzem bei den "Basterds": 7€ auf ´nem Samstagabend (kein Überlängenzuschlag!), Flasche kaltes Herforder für 2€ und ein ~150 Minuten Film ohne Pause. Inklusive Plausch mit Inhaber und Vorführer. Wo gibt es sowas noch? Das ist Filmgenuss ohne Flughafenantmosphäre, vollkommene Anonymität, klingelnde Handys während der Vorführung und russischsprachige Sitznachbarn (sorry). Man merkt einfach wenn man in einem Saal gemeinsam mit anderen "Filmfreunden" sitzt oder mit Teens denen sonst halt nix einfällt.

Das zuletzt nicht mehr viel los war ist richtig, das es sich schlussendlich nicht mehr lohnt sicher auch.

Schade ist es allemal!
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« Antworten #3 am: Donnerstag, 29.10.2009, 14:00:41 »

Ich muss gestehen ich würd auch lieber in ein "kleines" Kino gehen als in ein Megaplexdings...

Gerade der Service is es was es ausmacht finde ich...
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premutos
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« Antworten #4 am: Donnerstag, 29.10.2009, 14:05:42 »

Eben, Scala, Astoria, das waren auch feine Kinos.
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da sind wa dabei, das is prima- viva...


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« Antworten #5 am: Donnerstag, 29.10.2009, 14:17:48 »

So ein Mist!!!! Wenn ich mal ins Kino gehe, dann nur immer ins Capitol. Diese Riesenbauten mit 12000 Sitzplätze sind einfach nicht mein Ding..von den völlig überzogenen Preisen und der meist ohrenbetäubenden Lautstärke ganz zu schweigen.

Naja, was soll man sagen, aber teilweise habe ich mit meiner Freundin alleine im Kinosaal gesessen, da war schon irgendwie klar, dass es sich nicht mehr Jahre halten wird. Aber service und Atmosphäre sind ungeschlagen und es wurde doch auch erst "kürzlich" renoviert und ne neue Soundanlage gabs auch..

-jetzt bleibt eigentlich nur noch Bad Salzuflen und da ist es irgendwie dann doch alles arg klein von den Räumlichkeiten her!
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premutos
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« Antworten #6 am: Donnerstag, 29.10.2009, 14:40:03 »

Bünde und Spenge gibts auch noch. Und ich glaube in Bruchmühlen. Da steht noch der "Conan" Pappaufsteller im Fenster. Seit 1980 Grinsend.

Das Capitol war aber ganz klar das beste!
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« Antworten #7 am: Donnerstag, 29.10.2009, 15:09:43 »

Als Alternative zu den Multiplex-Kinos gibt es in Bielefeld z.B. noch das Lichtwerk im Ravensberger Park - ein kleines Kino mit nettem Ambiente, guter Technik und einem interessanten Filmprogramm abseits vom Mainstream:
http://www.lichtwerkkino.de
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premutos
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« Antworten #8 am: Donnerstag, 29.10.2009, 15:11:15 »

Leider nur ein Programmkino, aktuelle Filme laufen dort nie...
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« Antworten #9 am: Donnerstag, 29.10.2009, 15:52:34 »

Leider nur ein Programmkino, aktuelle Filme laufen dort nie...

Aktuelle Filme laufen dort schon, jedoch nicht die "Blockbuster".

Du hast schon Recht, ist wirklich schade, dass die schönen, alten Kinos mit der Zeit alle dicht machen mussten. Aber das ist nun mal der aktuelle Trend in der Konsumgesellschaft, vergleichbar mit der Entwicklung in der Diskothekenlandschaft...  Zwinkernd
Aber vielleicht geht die Entwicklung ja auch mal wieder in die andere Richtung...
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premutos
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« Antworten #10 am: Donnerstag, 29.10.2009, 16:43:33 »

Aber vielleicht geht die Entwicklung ja auch mal wieder in die andere Richtung...

Ich hörte in Berlin soll dies schon passieren. Dort soll es ein Kino im Stil der "goldenen 20iger" geben, mit Kellnern im Frack usw. Klingt gut!
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« Antworten #11 am: Donnerstag, 29.10.2009, 23:39:32 »

Ohja, auch Kirchlengern hat ein Kino - auch ne Alternative  Grinsend
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(x)<--- Bohre hier für neuen Bildschirm.
IngoA
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« Antworten #12 am: Freitag, 30.10.2009, 11:41:05 »

Ende einer Ära: Im "Capitol" gehen die Lichter aus
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premutos
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« Antworten #13 am: Sonntag, 01.11.2009, 13:25:46 »

So, das war´s. Der letzte Film "Pelham 123" ist gelaufen...

Ein astreiner Abend gestern!!! Film umsonst, Popcorn umsonst, Bier umsonst, Rauchverbot für gestern Abend aufgehoben! Der Film war gegen 00:15 Uhr zu Ende, im Kino waren wir bis halb drei oder so. Bier, Fotos, Erinnerungen, Gespräche, auch ein wenig Abschied nehmen... Eine Privatparty im Kino...

Vielen Dank Capitol-Kino-Center-Herford für diesen und viele schöne Abende! R.I.P.











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« Antworten #14 am: Donnerstag, 25.03.2010, 16:33:56 »

Zitat
Die Rückkehr des Capitols

Herford. Im Oktober wurden die Projektoren im Lichtspieltheater Capitol abgeschaltet, im Sommer sollen sie wieder Filme auf die Leinwände werfen. Drei ehemalige Mitarbeiter haben sich dazu entschlossen, das Kino mit seinen vier Sälen und 470 Plätzen in Eigenregie zu betreiben. Der Mietvertrag ist unterschrieben, jetzt heißt es in die Hände spucken und loslegen, denn es gibt viel zu tun in und an dem Gebäude an der Elisabethstraße.

Mehr dazu lesen Sie morgen in der Neuen Westfälischen

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