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Autor Thema: Was für andere zahlen? Ich?  (Gelesen 5669 mal)
maSu
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« am: Freitag, 12.02.2010, 21:34:17 »

Letztendlich sparen die Studenten der Uni Bielefeld viel Geld: wenn man diese Tickets als Privatperson kaufen würde (also 6 Monate MoBiel Ticket für ÖPNV + NRW Ticket für DB (nur Regionalbahnen) + ÖPNV in NRW) , dann würde die Privatperson ein Vielfaches des Preises zahlen, den wir Studenten zahlen.

Sorry mal, aber ich kann daran nichts positives finden. Ich musste für alle möglichen Mülltickets je Semester 150€ zahlen, durfte dafür mit allen möglichen öffentlichen Verkehrsmittel fahren.
Super!
Das ist ja wie Rundfunktgebühren-Abzocke!

Denn: ICH wollte niemals mit Bus und Bahn fahren, denn da bin ich zu Fuß ja fast schneller im Hörsaal! Für 13,2km brauche ich mit Bus und Bahn eine Stunde - inkl. Fußweg zur ersten Bushaltestelle - und wenn dann noch als Krönung, wie üblich der Bus zu Spät kommt und man noch auf die Straßenbahn warten muss, da der anschluss nicht passte, dann freut man sich um so mehr.

Zudem macht mir eine durchschnittliche Busladung Bielefelder Angst. Keine Ahnung, wie es Andernorts ist, aber mit dem Pack will ich keine 5Minuten in einem Fahrzeug sitzen, da schäme ich mich ja in Grund und Boden für die.

Joa und ich habe 10semester lang immer brav das Ticket bezahlt und nie genutzt. Es brachte mir einfach nie irgendwie einen nennenswerten Vorteil.

Insofern sorry fürs Offtopic, aber scheissegal wie "billig" der Müll relativ war, es war eine Sauerrei. Ich will gar nicht wissen, wieviele weitere Menschen mit dem Ticket, sogar wenn sie es hin und wieder nutzten, massiv draufgezahlt haben. Aber hey, das ist ja genauso ein Pflichtscheiss wie GEZ. Für eine bessere Welt mit reicheneren staatlichen Unternehmen.

Und ich schäme mich auch für jeden Menschen, der solch einen Zwang öffentlich als Vorteil auslegt oder gar als "positiv", denn damit demonstriert man nichts anderes als Egoismus: "Ich will günstig Bahn fahren und alle anderen sollen dafür zahlen" analog zu "ich will Musikantenstadl gucken und andere sollen dafür zahlen!"
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« Antworten #1 am: Freitag, 12.02.2010, 23:19:15 »


Joa und ich habe 10semester lang immer brav das Ticket bezahlt und nie genutzt. Es brachte mir einfach nie irgendwie einen nennenswerten Vorteil.

Insofern sorry fürs Offtopic, aber scheissegal wie "billig" der Müll relativ war, es war eine Sauerrei.

Und ich schäme mich auch für jeden Menschen, der solch einen Zwang öffentlich als Vorteil auslegt oder gar als "positiv", denn damit demonstriert man nichts anderes als Egoismus: "Ich will günstig Bahn fahren und alle anderen sollen dafür zahlen" analog zu "ich will Musikantenstadl gucken und andere sollen dafür zahlen!"

1 mal OT gute Besserung, so rein Grippe technisch, vielleicht klappt das dann auch wieder besser mit dem Tellerrand. Und als kleine Hilfe schon mal: All die Studierenden, die das Ticket täglich nutzen, stehen weder Dir noch mir im Weg!
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Domingo you show me just nothing like no one before [YELLO, Domingo, 1985]
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« Antworten #2 am: Samstag, 13.02.2010, 00:48:54 »

vielleicht klappt das dann auch wieder besser mit dem Tellerrand.

maSu-Bashing scheint hier zunehmend beliebt zu werden.

Zitat
Und als kleine Hilfe schon mal: All die Studierenden, die das Ticket täglich nutzen, stehen weder Dir noch mir im Weg!

Aber mir! Jeden Tag aufs neue in der Unihalle.

Und den guten Kuchen in der Cafete fressen sie mir auch weg. Smiley
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« Antworten #3 am: Samstag, 13.02.2010, 10:58:17 »

Lieber maSu, wenn ich dich nicht falsch verstanden habe, mußt du dich wohl ausbürgern lassen, denn in Deutschland ist man ja zu viel zu so vielen Zahlungen verpflichtet, auch wenn man die verbundenen Leistungen nicht nutzt.
Man denke nur an Krankenkasse, oder gar die ganzen Steuern und sonstige Sozialabgaben ...
Sogar die Renten"versicherung": Da zahlt man ja niemals für sich selbst, sondern immer nur für die, die gerade Rentner sind. Ob ein heutiger Einzahler überhaupt noch eine adäquate "Gegenleistung" erwarten kann, wenn er selbst im Rentenalter ist, ist nicht erkennbar. Ob jemand sein Rentenalter überhaupt noch erlebt, weiß er ebenfalls nicht, also warum überhaupt etwas einzahlen?
Warum muß ich einen Solidaritätsbeitrag zahlen, obwohl ich vielleicht gar nicht solidarisch bin?

Ungerechtigkeiten über Ungerechtigkeiten, Fragen über Fragen, und alles führt nur zu dieser einen Erkenntnis:
Wir alle leben in einem Verbrecherstaat und werden total abgezockt.

Einzige Chance auf Gerechtigkeit: Nicht dabei mitmachen. Paß abgeben, ausbürgern lassen.

Ich selbst werde aber bleiben, und Leistungen nutzen, die ich nur von einer Gemeinschaft erbracht werden können.
Auch, wenn ich vielleicht nicht immer alle diese Leistungen nutze - aber würde das jeder, könnte er sie auch gleich komplett selbst erbringen, denn "Spar-"Sozialmodelle funktionieren halt nicht auf "100%Teilnehmer nutzen 100% Leistung".

Ein Beispiel:
Krankenkassen gehören abgeschafft - dann können sie auch nicht immer die Beiträge erhöhen.
Jeder Mensch bezahlt beim Arzt, Krankenhaus, Apotheke, usw. "nur" die Leistungen, die er auch erhalten hat.
Und Malocher A muß nicht für die "übertriebenen" Arztbesuche von Simulant B mitbezahlen.
Falls Simulant B dann überhaupt noch zum Doc geht ...
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maSu
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« Antworten #4 am: Samstag, 13.02.2010, 12:14:58 »

Geekay: Krankenkassen o.ä. haben einen tieferen Sinn im Bereich der eigensicherung, als auch der Gesellschaft.
Dieses Semesterticket ist allerdings nichts weiter als der Versuch die öffentlichen Verkehrsmittel mit Zwangsgebühren zu fördern.

Wer mit der Bahn fahren will, der soll sich ein Ticket kaufen. Ich sehe keinen Sinn darin, dass jeder Student einfach mal unabhängig vom Wohnort und somit der "Sinnhaftigkeit" eines Bahntickets selbiges kaufen MUSS, nur weil er Student ist. Studenten, die keine 5Minuten Fussweg von der Uni/FH wohnen müssen genauso blechen, wie all jene, die am Arsch der Welt wohnen und mit den öffentlichen verkehrsmitteln eine halbe Weltreise unternehmen müssten.

In meiner Schulzeit hatte man es auch irgendwie geschafft, das nur die ein Dauerticket hatten, die es auch brauchten und wollten. Warum geht das bei Studenten nicht mehr? Braucht jeder Student ein Semesterticket für das Studium? Wohl kaum.

Darum: wer gerne günstig mit der Bahn fährt hat seinen Hintern ans Telefon zu schwingen und sich ein entsprechendes Ticket zu ordern, statt darüber zu jubeln, das andere zwangsweise das Ticket mit erwerben müssen, damit es für gewisse Egoisten dann billiger wird.

Das wäre so, als würde jemand einfach sagen: So, alle Studenten müssen sich nun ein iPhone kaufen, weil irgendein Depp Apple ganz toll findet. Und am Ende finden sich sogar Leute, die sich über den günstigen preis freuen uh... Geekay, willst du nicht auch ein iPhone kaufen, damit ich es günstiger bekomme? Hm?

Lustig sind ja nachfragen bei den verantwortlichen, die dann sagen: Über die hälfte hat dafür gestimmt!

Wo sind wir denn bitte? D.h. wenn halb Bielefeld ein iPhone will, dann muss der Rest auch eines kaufen?! Wo sind wir bitte gelandet, dass eine Bildungseinrichtung bestimmt, welche "Tickets" gekauft werden müssen?!

Und der Krankenkassenvergleich passt da mal rein gar nicht, denn: bestünde die Möglichkeit 100% Gesund durchs Leben zu gehen, also, dass viele(!) Menschen niemals einen Arzt aufsuchen müssen, dann hätten wir auch keine Krankenkassen in der aktuellen Form!
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« Antworten #5 am: Samstag, 13.02.2010, 12:20:45 »

maSu-Bashing scheint hier zunehmend beliebt zu werden.
So ist das, mit der freien Meinungsäußerung.
Person A äußert ihre Meinung, woraufhin Person B die ihre äußert.
Und auch in diesem Falle haben ja wieder einmal beide Personen Recht mit ihrer Meinung:

Die eine Person, die komplett marktwirtschaftlich orientiert ist und alles verabscheut, wo zwischen Leistung und Gegenleistung kein offensichtliches Eins-zu-Eins-Verhältnis besteht, aber auch
die andere Person, die die Gemeinschaft in den Vordergrund stellt und jeden, der daran teilnehmen will, zu gleichen Leistungen nötigt.

Dennoch hat man natürlich die Wahl, ob man an einer solchen Gemeinschaft (oder Gesellschaft) teilnimmt und damit auch deren Regeln akzeptiert.

Wenn ich also meinen Mitstudenten keinesfalls die ÖPNV-Nutzung mitfinanzieren will, obwohl das zu deren Regeln gehört, muß ich wohl oder übel an einer Privatschule - oder gar nicht - studieren.
Wenn ich keinesfalls Rundfunkgebühren zahlen will, darf ich halt keinen Empfänger vorhalten. Anderenfalls darf ich auch nicht meckern.

Daß aber nicht alle diese Regeln auch tatsächlich einen echten gemeinschaftlichen Nutzen haben, steht auf einem anderen Blatt und darf natürlich! moniert oder gar angeprangert werden.

Doch zurück zum Anfang meines Geschreibsels:
Wer eine Meinung veröffentlicht, darf sich nicht über Reaktionen wundern.
In so halte ich das genannte "maSu-Bashing" weniger für eine Mode, denn für genau das, was maSu auch mit seinen Beiträgen beabsichtigt: Entertainment. Smiley
« Letzte Änderung: Samstag, 13.02.2010, 12:37:08 von GeeKay » Gespeichert




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« Antworten #6 am: Samstag, 13.02.2010, 12:23:45 »

vielleicht klappt das dann auch wieder besser mit dem Tellerrand.

maSu-Bashing scheint hier zunehmend beliebt zu werden.

Sorry, da habe ich von mir auf andere geschlossen: Wenn ich ordentlich erkältet bin fehlt mir doch oft die Weitsicht. Zum Bashing hätte ich das mit dem Bus genommen.

[edit] der Busladung, ... mal Fieber messen Zwinkernd
« Letzte Änderung: Samstag, 13.02.2010, 12:30:57 von badPrit » Gespeichert

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« Antworten #7 am: Samstag, 13.02.2010, 12:36:49 »

Dieses Semesterticket ist allerdings nichts weiter als der Versuch die öffentlichen Verkehrsmittel mit Zwangsgebühren zu fördern.
Oh. wieder was gelernt. Ich hielt es für einen Versuch, die Studenten zur Nutzung des ÖPNV zu bewegen und weiters, auch jenen Studenten, die ihre Hochschule nicht fußläufig erreichen können, den Vorlesungsbesuch zu ermöglichen ...
Zitat
Wer mit der Bahn fahren will, der soll sich ein Ticket kaufen.
Richtig.
Und wer studieren will, soll das gefälligst vollständig selbst bezahlen, nicht von meinen Steuern!
Zitat
Und der Krankenkassenvergleich passt da mal rein gar nicht, denn: bestünde die Möglichkeit 100% Gesund durchs Leben zu gehen, also, dass viele(!) Menschen niemals einen Arzt aufsuchen müssen, dann hätten wir auch keine Krankenkassen in der aktuellen Form!
Das sehe ich anders: Krankenkassen sind - wie unser gesamtes soziales System - eine pfiffige Sache, wenn sie nicht über-ausgenutzt werden.

Mal ernsthaft: Wenn du, als Nichtraucher-und-auch-sonst-total-gesund-Leber, mit deinen KK-beiträgen die gesamten Raucherbehandlungen finanzierst, pißt dich das nicht total an?

Findest du das nicht scheiß-unsozial, wenn dein Nachbar alle paar Tage auf deine Kosten zum Doc rennt, obwohl er offensichtlich nix hat, vielleicht sogar damit prahlt, daß er schon wieder "ne Woche Krank genommen" hat, weil er dies oder jenes zu tun hat?

Ich habe die Tage in einem TV-Bericht gehört, daß die Deutschen um ein Vielfaches öfter pro Jahr zum Doc rennen, als der Rest der Welt. Meinst du wirklich, die Deutschen sind kränker als alle anderen?

Was spricht denn dagegen, wenn jeder Bürger sich persönlich Geld für Krankheit zurück legt und die Leistung 1:1 bezahlt, wie auch sein iPhone (oder irgend ein anderes)?
Andererseits spricht auch nichts dagegen, daß sich eine Anzahl Leute zusammenschließen, um ggf. einen Mengenrabatt auf einen Artikel oder eine Leistung zu bekommen. Neh'?

edit:
Ich sehe jedenfalls in deinen Abgrenzungen, maSu, einen sehr ausgeprägten Egoismus: Jegliche soziale Verbindlichkeit, deren Leistung du selbst nicht nutzt oder nutzen willst, scheinst du kategorisch abzulehnen, während du aber für alle anderen gute Gründe anführst ...

Zitat von: maSu
Und ich schäme mich auch für jeden Menschen, der solch einen Zwang öffentlich als Vorteil auslegt oder gar als "positiv", denn damit demonstriert man nichts anderes als Egoismus: "Ich will günstig Bahn fahren und alle anderen sollen dafür zahlen" analog zu "ich will Musikantenstadl gucken und andere sollen dafür zahlen!"

... analog zu "ich will wegen Kleinigkeiten zum Arzt gehen können und insgesamt günstig behandelt werden und andere sollen dafür zahlen" ...
u.v.m. ... Zwinkernd

Du schämst dich also für Menschen, die einen Zwang (hier: zur Krankenversicherung) öffentlich als Vorteil auslegen, oder gar als "positiv" ...

Oder ist Krankenversicherung "Gemeinschaft", Studium aber nicht?
Wärest du weniger ablehnend, wenn der Studentenausweis grundsätzlich zur Nutzung des ÖPNV zwischen Wohnung und Hochschule berechtigte, insgesamt aber trotzdem so viel kostete (d.h. der Kostenanteil "ÖPNV" einfach nicht gesondert ausgewiesen wäre)?
« Letzte Änderung: Samstag, 13.02.2010, 12:56:50 von GeeKay » Gespeichert




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« Antworten #8 am: Samstag, 13.02.2010, 20:45:12 »

Teil1 von 3

Zitat von: GeeKay
Oh. wieder was gelernt. Ich hielt es für einen Versuch, die Studenten zur Nutzung des ÖPNV zu bewegen und weiters, auch jenen Studenten, die ihre Hochschule nicht fußläufig erreichen können, den Vorlesungsbesuch zu ermöglichen ...
Nun, jeder kann so zur Vorlesung erscheinen, wie er es für richtig hält. Der eine mit dem PKW, der andere mit der Bahn, der nächste zu Fuß. Gäbe es einen Abstellplatz für Zeppeline, so würde ich sogar dies ausdrücklich erwähnen. Aber ich zahle auch nicht das Benzin des Komilitonen, der lieber mit dem Auto fährt.

Zitat von: GeeKay
Zitat von: maSu
Wer mit der Bahn fahren will, der soll sich ein Ticket kaufen.
Richtig.
Und wer studieren will, soll das gefälligst vollständig selbst bezahlen, nicht von meinen Steuern!
Ein berechtigter Einwand.
Studiengebühren sind so eine Sache, denn:
Jeder der Studiert leistet etwas und wird dafür nicht bezahlt, d.h. man lebt auf Pump, von Nebenjobs oder sonstwas. D.h. das Studium ist neben der rein schulischen Ausbildung (sowas gibts ja leider auch) die einzige Ausbildung, die nicht vergütet wird. Das man nun auch noch dafür bezahlen muss und somit mit einem gewissen Risiko nach 4-5 Jahren mit Schulden und ohne Abschluss dasteht, das ist ein ernst zu nehmendes Risiko. Ironischer weise: Schulische Ausbildungen werden anders behandelt als ein Studium: Dort bekommt man Schüler-BaföG, welches man niemals zurückzahlen muss und darüber hinaus wird man "kostenlos" unterrichtet.

Also stellen sich mir primär 2 Fragen:
1) Ist das Risiko zu scheitern und dann verschuldet ohne Abschluss und Beruf darzustehen in einem Land wie Deutschland Zeitgemäß? (Sollte es nicht ein gewisses Netz geben?)
2) Sind nicht alle Ausbildungen prinzipiell gleich zu behandeln, egal ob es sich um eine schulische Ausbildung oder ein Studium handelt? (Warum bekommen jene, die schulische Ausbildungen absolvieren Geld geschenkt? Ist das soziale Gerechtigkeit?)

Und das große Finale: Wird damit Personen aus den ärmeren gesellschaftlichen Regionen damit ein Studium nicht erschwert?! Das Risiko der Verschuldung ist groß! Wenn die Eltern das nicht abfangen können, dann wird es problematisch.
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« Antworten #9 am: Samstag, 13.02.2010, 20:46:17 »

Teil 2 von 3

Zitat von: GeeKay
Zitat von: maSu
Und der Krankenkassenvergleich passt da mal rein gar nicht, denn: bestünde die Möglichkeit 100% Gesund durchs Leben zu gehen, also, dass viele(!) Menschen niemals einen Arzt aufsuchen müssen, dann hätten wir auch keine Krankenkassen in der aktuellen Form!
Das sehe ich anders: Krankenkassen sind - wie unser gesamtes soziales System - eine pfiffige Sache, wenn sie nicht über-ausgenutzt werden.

Mal ernsthaft: Wenn du, als Nichtraucher-und-auch-sonst-total-gesund-Leber, mit deinen KK-beiträgen die gesamten Raucherbehandlungen finanzierst, pißt dich das nicht total an?

Findest du das nicht scheiß-unsozial, wenn dein Nachbar alle paar Tage auf deine Kosten zum Doc rennt, obwohl er offensichtlich nix hat, vielleicht sogar damit prahlt, daß er schon wieder "ne Woche Krank genommen" hat, weil er dies oder jenes zu tun hat?

Ich habe die Tage in einem TV-Bericht gehört, daß die Deutschen um ein Vielfaches öfter pro Jahr zum Doc rennen, als der Rest der Welt. Meinst du wirklich, die Deutschen sind kränker als alle anderen?

Was spricht denn dagegen, wenn jeder Bürger sich persönlich Geld für Krankheit zurück legt und die Leistung 1:1 bezahlt, wie auch sein iPhone (oder irgend ein anderes)?
Andererseits spricht auch nichts dagegen, daß sich eine Anzahl Leute zusammenschließen, um ggf. einen Mengenrabatt auf einen Artikel oder eine Leistung zu bekommen. Neh'?
1) Zum Raucher: Ich bin prinzipiell dafür, dass Menschen, die sich wissentlich in Gefahr begeben oder selbst Schaden für die möglichen Folgekosten zumindest zum Teil selbst aufkommen.
Das zu kontrollieren würde natürlich schwer fallen, da man dann dauernd Gewebeproben abgeben müsste, aber da gibt es bestimmt auch andere Lösungen. D.h. wenn der Extremsportler sich leider schon wieder verletzt, dann wird er nicht völlig kostenlos behandelt, sondern muss etwas hinzuzahlen - Notfallbehandlungen werden natürlich weiterhin durchgeführt!
Das gilt, wie ich finde für alles: Wer Abseits der Pisten Ski fährt, der hat die dutzenden Rettungsmanschaften, die ihn aus der Lawine bergen bitte teils selbst zu zahlen, da er sich bewusst in ein unnötiges Risiko begeben hat.

2) Diesen dreckigen Abschaum, der nichtmal genug Arsch in der Hose hat, gegenüber dem Arbeitgeber ehrlich zu sein und so dem Arbeitgeber, wie auch dem ganzen System schaden lässt sich leider nicht bekämpfen ohne wieder Gaskammern einzurichten - übertrieben ausgedrückt. Praktisch sollten Ärzte nicht leichtfertig gelbe Scheine verteilen! Damit wäre das problem zumindest minimiert.

3) Deutsche rennen oftmals nur deswegen zum Doc, weil bei uns jeder Popelkram rezeptpflichtig ist. Ich habe Neurodermitis und brauche da hin und wieder mal eine Creme. Im Urlaub in Spanien ging ich in die Apotheke und habe für 7€ eine Creme bekommen, die hierzulande rezeptpflichtig ist. Die Creme hat super geholfen, ich verwende sie immer noch. Hier in Deutschland muss ich deswegen zum Doc. Warum?! das gleiche gilt für viele andere Medikamente auch. In Deutschland hält man die Bürger wohl für generell Lebensunfähig, denn ich glaube nicht, dass in Spanien die Menschen reihenweise durch falsche Selbstmedikation sterben.
Die Praxisgebühr verstärkt den Drang zum Arzt zu gehen sogar noch, falls man in dem Quartal schonmal da war. Ich habe mich schon selbst dabei erwischt: ich wurde krank, es war nix wildes, aber ich war in dem Quartal schonmal beim Arzt und hatte sorge in wenigen Tagen, im neuen Quartal den Arzt aufsuchen zu müssen und wieder 10e zahlen zu müssen. Folglich bin ich im gleichen Quartal nochmal zum Doc, auch wenn es eigentlich nicht nötig war. Aber die 10€ sind schon nervig.
Daraus folgt für mich: Die überdurchschnittliche Nutzung des Arztes in Deutschland ist hausgemacht durch dumme Politiker.



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« Antworten #10 am: Samstag, 13.02.2010, 20:47:11 »

Teil 3 von 3
Zitat von: GeeKay
Ich sehe jedenfalls in deinen Abgrenzungen, maSu, einen sehr ausgeprägten Egoismus: Jegliche soziale Verbindlichkeit, deren Leistung du selbst nicht nutzt oder nutzen willst, scheinst du kategorisch abzulehnen, während du aber für alle anderen gute Gründe anführst ...
Falsch.
Ich lehne das ab, was mir nichts bringen kann!
Ich lehne nicht das ab, was mir uU etwas bringen könnte.
Das ist ein wichtiger Unterschied.
Ich KANN krank werden und je nach Krankheit sind die Behandlungskosten (in Deutschland) enorm.
Daher lohnt sich eine Krankenversicherung - für alle. Jeder wird mal krank.

Aber: das Semesterticket würde bestimmt von vielen nicht genutzt, wenn es nur optional zur Verfügung gestellt würde. D.h. wenn es hieße: Wer Bahn fahren will, der zahlt 250€(aktuell 150€, aber der preis wäre natürlich höher, wenn nciht jeder Student eines kaufen müsste) pro Semester und kann in ganz NRW herumfahren. Ich wette, nur 10-30% würden sich das kaufen. Was schlussfolgere ich daraus? Der Rest braucht das offensichtlich nicht und nutzt es nur, weil viel zu oft Mami und Papi alles zahlen und das arme Kindlein im güldenen Käfig davon gar ncihts mitbekommt. Es ist ja nicht das eigene Geld.

Die meisten sozialen Verbindlichkeiten beruhen darauf, das jeder Bürger mit großer Wahrscheinlichkeit direkt oder indirekt durch einen negatigen Effekt betroffen sein kann.

Dies liegt beim Semesterticket nicht vor. Nicht viele Studenten sind auf Busse und Bahnen für das Studium angewiesen und diese Studenten können den Preis für diese Leistungen auch durchaus selbst aufbringen, so, wie Schüler es zuvor ja auch konnten. Ich stelle mir gerade mal meine ehemalige Schule vor, dort würde man ein Halbjahresticket einführen, jeder müsste das kaufen. Die Eltern würden ihre Proteste bis zu den obersten Gerichten durchbringen, da es ziemlich sinnfrei ist, solche Tickets für alle verpflichtend zu ordern, wenn nicht alle es wirklich brauchen.

Also warum soll das bei der Uni anders sein? Weil es einfach immer so war? Weil die öffentlichen Verkehrsmittel sonst pleite gingen? Weil sich das ein Sesselpupser so ausgedacht hat?


Zitat von: GeeKay
Zitat von: maSu
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... analog zu "ich will wegen Kleinigkeiten zum Arzt gehen können und insgesamt günstig behandelt werden und andere sollen dafür zahlen" ...
u.v.m. ... Zwinkernd

Du schämst dich also für Menschen, die einen Zwang (hier: zur Krankenversicherung) öffentlich als Vorteil auslegen, oder gar als "positiv" ...

Oder ist Krankenversicherung "Gemeinschaft", Studium aber nicht?
Wärest du weniger ablehnend, wenn der Studentenausweis grundsätzlich zur Nutzung des ÖPNV zwischen Wohnung und Hochschule berechtigte, insgesamt aber trotzdem so viel kostete (d.h. der Kostenanteil "ÖPNV" einfach nicht gesondert ausgewiesen wäre)?
Nun, die Krankenversicherung habe ich ja hinreichend erläutert.
Und nein, wenn man die Kosten einfach versteckt, wird es nicht besser.
Angenommen ich trete dir mit Anlauf gegen das Schienenbein, wäre es besser, wenn ich dabei grinse oder böse gucke? An dem Tritt ändert sich nichts. Der tritt stört mich. Würde man es versuchen zu verschleiern, dann würde es mich noch viel mehr aufregen.



Und noch etwas allgemeines zur Krankenversicherung:
Jeder Mensch hat das Recht auf körperliche Unversehrtheit und somit, mMn auch auf Gesundheit. Dieses Recht darf nicht an das Gehalt gekoppelt sein, da dann ärmere Menschen keine Chance hätten. Ich glaube, es gibt aber kein Recht, auf bequeme, kostengünstige Fahrten in ganz NRW, nur weil man studiert


Und eine Frage noch: Ist das eine Wertung des Moderators, dieses Thema in "Quatsch" statt in "Ansichtssache" angelegt zu haben? Ist meine Sicht der Dinge etwa Quatsch?
Und: warum 5500Zeichen Begrenzung? Sind zuviele Argumente unerwünscht? oder gar eine vernünftige Diskussion?
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« Antworten #11 am: Samstag, 13.02.2010, 22:04:22 »

Ich hätte nicht gedacht, dass von einem Satz von mir so ein Thread wird...

Zumal dieser Satz aus dem Kontext gerissen einen anderen Sinn ergibt als in den restlichen Text eingebunden.

Das Wort "Letztendlich" bezieht sich auf meinen Satz davor, wo ich geschrieben habe, dass alle Studenten der Uni Bielefeld dieses Ticket kaufen müssen. Um die negative Konnotation, die in diesem, vorangehenden Satz entsteht abzuschwächen, habe ich dann geschrieben, dass das NRW Ticket immer noch wesentlich günstiger ist, als wenn sich jemand ein normales Ticket kauft. Der Aufpreis zum bisherigen Semesterticket beträgt zwischen 35 und 40 Euro (so ganz genau auf den Cent habe ich den Preis nicht im Kopf), und rechnet sich deshalb schon meist ab der zweiten Bahnfahrt bzw. ab der ersten, wenn man in der Zielstadt die ÖPNV benutzt.

Ich habe meine persönliche Meinung zu dem NRW Ticket hier noch gar nicht kundgetan, ich wollte den Beitrag möglichst neutral halten.

Nun sehe ich, dass mein Beitrag als "Pro NRW - Ticket" aufgefasst - und zudem noch mit der Interpretation: "Was für ein Egoist!" versehen wurde.

Und da sehe ich mal wieder, dass Geschriebenes den Nachteil hat, dass es immer auch interpretiert wird.

Ich möchte dazu eine kleine Anekdote schreiben:

Ein Künstler stellt in einer Ausstellung seine Bilder aus. Er ist am ersten Tag anwesend, um den Anwesenden ihre Fragen zu beantworten. Natürlich sind auch die "Fachpresse" und andere "Kustexperten" vor Ort. Einer dieser Kunstexperten fängt an die Bilder des Künstlers, der ja anwesend ist, und das mitbekommt, zu interpretieren und den anderen zu erzählen, was der Künstler damit meint... das Ende vom Lied: der Künstler ließ diesen Fachexperten wütend aus der Ausstellung schmeißen, da dieser offenbar "besser" als der Künstler selbst wusste, was der Künstler mit den Bildern aussagen wollte.

Wusste er aber nicht. Er hat seine eigene Interpretation gehabt, und diese dem Künstler "in die Bilder gelegt". Hätte der Kunstexperte diese Bilder gemalt, wäre diese Interpretation auch richtig gewesen. Hat er aber nicht...





« Letzte Änderung: Samstag, 13.02.2010, 22:21:15 von Eggy » Gespeichert

Don't argue with idiots - they drag you down to their level and beat you with experience!

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« Antworten #12 am: Samstag, 13.02.2010, 23:28:58 »

Und eine Frage noch: Ist das eine Wertung des Moderators, dieses Thema in "Quatsch" statt in "Ansichtssache" angelegt zu haben? Ist meine Sicht der Dinge etwa Quatsch?
Nein, das war der manchmal etwas verwirrte Administrator. Mea culpa. Ist behoben.
Ansonsten weist dieser noch einmal darauf hin, daß jeder Boarder seine Themen gleich im geeigneten Board beginnen kann und sollte sollte - wie hinreichend bekannt ist. Dann muß auch nichts getrennt und (möglicherweise an eine nicht ganz wunschgemäße Stelle) verschoben werden.
Aber auch "Alles ... Quatsch" wäre m.E. völlig o.k. gewesen. Denn "Quatsch" heißt ja nicht notwendigerweise "Blödsinn", sondern auch "Gequatsche, Tratsch, Konversation". Man beachte den Untertitel der Kategorie ...

der Admin


Und: warum 5500Zeichen Begrenzung? Sind zuviele Argumente unerwünscht? oder gar eine vernünftige Diskussion?
Das ist, um den Admin zu bremsen. Der schreibt sonst immer so schrecklich lange Sätze ...  Zwinkernd

Übrigens gibt es auch eine Limitierung, wie schnell nacheinander ein einzelner User Beiträge posten kann ...
... nicht zu vergessen die Begrenzung der Signatur und der Avatar-Bilder, und überhaupt: Die Begrenzung der Tage auf 24 Stunden ist auch Scheiße.
Und jetzt?


Der tritt stört mich.
Und erst die Reaktion!!! Da machste dir kein Bild von! Grinsend Grinsend Grinsend

@ Eggy: Die Interpretation des Kunstexperten war tatsächlich auch so richtig, denn der Künstler hat ja sein Bild der Öffentlichkeit - und damit der Interpretation - preisgegeben.
Hätte der Künstler vor die Wahrnehmbarkeit seines Bildes ein erklärendes Intro geschaltet, könnte er zumindest ein wenig Einfluß auf die Wahrnehmung nehmen, wäre es keine Kunst, sondern ausschließlich Handwerk, würde es sich um eine technische Zeichnung handeln, die festgelegten Normen genügt und nicht fehlinterpretierbar ist.
Der Journalist hat in der Anekdote lediglich einen Fehler gemacht, den viele Menschen - und unverständlicherweise eben auch Journalisten, die es besser wissn sollten - ach so gern machen: Er hat seine eigene Wahrnehmung und Interpretation zum einzig möglichen erhoben und auch dem Künstler zugeschrieben, statt nur seine Wahrnehmung zu beschreiben.

Wie postulierte Peter Grzan Anfang der Neunziger so schön in feinster Ruhrpott-Intonation: "Jeder isst einen Künstler!"
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« Antworten #13 am: Samstag, 13.02.2010, 23:48:28 »

Also ich bin dafür, daß jeder Bundesbürger alles, was er nutzt, auch selbst voll bezahlen muß.
Nur das ist wirklich gerecht.
Die, die lernen oder studieren wollen, bauen sich eine Schule oder Uni und kaufen sich die Lehrer, die, die Bus fahren wollen, kaufen sich ein Busticket oder besser gleich ein eigenes Auto.
Die, die krank werden, müssen halt dafür sorgen, daß sie genug gespart haben, um sich kurieren zu lassen. Kann ja nicht so schwer sein, wenn man keine Steuern, Krankenkassen, GEZ, Semestertickets, und all so Zeugs bezahlen muß.
Das Volk hat ja bis 1883 auch ohne KV-Pflicht überlebt.
Die, die Fern sehen wollen, müssen nur noch das bezahlen, was sie auch anschauen, die, die Kultur genießen wollen, sollen das gefälligst komplett selber latzen, und sich nicht ihr Laster vom Staat - und damit von allen anderen - fördern lassen.
Und die, die ein Lied hören wollen, bezahlen es immer fein freiwillig.
Leistung gegen Gegenleistung. 1:1. Ohne Diskussion, ohne Mißverständnis.
Preis zu hoch? Nicht gekauft. Das hast du jetzt davon: Du wirst deine Ware nicht los. Bääääh  Zunge

Diese ständige Gängelei und Vorschreiberei von allen möglichen Spinnern ist doch völlig ungerecht und unnütz. Für mich.

Weil: Wenn jemand fragen sollte, wer denn entscheidet, welche Leistungen als "sozial" und welche als "unnütz" zu bewerten sind, kann es nur eine richtige Antwort geben: Ich!
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Worte haben Macht! Besonders über den, der sie äußert ...
maSu
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« Antworten #14 am: Sonntag, 14.02.2010, 11:16:55 »

Geekay: Lass doch ein paar widersinnige Beispiele weg, änder die Schriftfarbe in schwarz und ich würd dir zustimmen Zwinkernd

Und was ich eigentlich sagen will: Bequemlichkeit ist kein Grund, eine soziale Leistung einzuführen. Das Überleben der Menschen ist da hingegen schon wichtiger... oder nicht? Zwinkernd
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Manche Menschen finden "Moral" so ungeheuer wichtig, dass sie sich selbige gleich doppelt zulegen !
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