Ein Schock für die Bielefelder Kulturlandschaft,
Kulturkombinat Kamp e.V. verliert das Kamp !
Bielefeld, 18. Juni 2010
Am 11.06.2010 wurde dem Kulturkombinat Kamp e.V. – der größten Nutzergruppe im JZ Kamp - seitens
der Geschäftsführung der Falken Bielefeld überraschend mitgeteilt, dass der Nutzungsvertrag über den
31.12.2010 hinaus, nicht weiter verlängert wird.
Das Kulturkombinat Kamp e.V. ist einer der relevantesten unkommerziellen Jugendkulturanbieter in OWL mit ca.
80-100 Veranstaltungen im Jahr, mit ca. 25.000-30.000 Besuchern jährlich und hat mit seiner Arbeit im Haus eine
Tradition fortgesetzt, die Ende der 50er Jahre mit den ersten Tanz-veranstaltungen begann. Wir betrachten uns
als eine Brücke, um junge Erwachsene aus den verschiedenen Szenen zusammenzubringen. Wir holen
jugendkulturelle Aktivitäten dort ab, wo sie stattfinden, also aus der Szene mit der Szene für die Szene und es
besteht keinerlei Ausgrenzung außer homophoben, sexistischen, rassistischen und gewaltverherrlichenden
Tendenzen gegenüber, die wir in keinster Weise tolerieren.
Für unsere Arbeit erhalten wir keinerlei finanzielle Unterstützung. Ohne die breite ehrenamtliche Unterstützung
vieler junger Menschen wäre unsere Arbeit nicht möglich.
Begründung für die Kündigung des Vertrages seitens der Falken Bielefeld ist, dass die Arbeit des Kulturkombinat
Kamp e.V., mit der geplanten Erweiterung der Kita Krümmelmonster e.V. kollidieren und daraus zukünftig
Konflikte entstehen könnten.
Die Bereitstellung ausreichender Kindertagesplätze für alle halten wir für eine der wichtigsten und drängendsten
gesellschaftspolitischen Aufgaben. Wir werden uns auf keinen Fall in eine Diskussion Jugendkulturarbeit gegen
Kindertagesstätte hineinziehen lassen!
Der besondere Charme dieses Jugendzentrums lag immer im Zusammentreffen dieser verschiedenen
Altersgruppen. Wir sind überrascht, dass die friedliche Koexistenz und Zusammenarbeit der verschiedenen
Bereiche im Kamp offensichtlich nicht mehr möglich ist. Unserer Meinung nach lässt sich die Arbeit so
koordinieren, dass die Ansprüche aller Beteiligten unter einen Hut zu bekommen sind. Wir waren stets
kompromissbereit und sind in den letzten Jahren immer auf die veränderten Ansprüche des Jugendzentrums
eingegangen. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass wir alle bis weit über unsere Grenzen hinaus gehen, um
diese jugendkulturelle Arbeit zu gewährleisten.
Das Kulturkombinat trägt seit über 10 Jahren dazu bei, dass Jugendliche und junge Erwachsene kostengünstig
an Kultur partizipieren können und möchte weiter seinen Beitrag leisten, dass diese zu kulturell mündigen
Bürgern werden. Gerade unser junges Zielpublikum, welches in erster Linie aus Studenten/-innen, Schüler/-
innen, jungen Auszubildenden und Jugendlichen in zunehmend heiklen Arbeitsbedingungen besteht, ist
besonders von der derzeitigen Wirtschaftskrise betroffen und verliert mit dem Wegfall der Veranstaltungen des
Kulturkombinats einen ihrer wenigen Treffpunkte.
Zu einer kompetenten und nachhaltigen Jugendarbeit gehört auch Jugendkulturarbeit!
http://www.jz-kamp.de/