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Autor Thema: Darf ein DJ eigentlich selber tanzen?  (Gelesen 1329 mal)
fnord
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« Antworten #15 am: Donnerstag, 30.09.2010, 21:12:49 »

Die spannende Frage ist ja, wie es beim Publikum ankommt, wenn...  Und da haben wir hier zwei Positionen: A) geht nicht, is lächerlich und unprofessionell  B) ist gut als zusätzliche Animation, weil es die Glaubwürdigkeit des DJ untermauert.

C) Es ist mir vollkommen egal, solange er seinen Einsatz nicht verpasst.
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Chuck Norris isst sein Knoppers schon um 9!
sirdidimus
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« Antworten #16 am: Freitag, 01.10.2010, 03:42:40 »

vielen dank erst einmal für die vielen statements so far. vielleicht mal vorab, eure persönlich meinung ist gefragt. nicht unbedingt die meinung, die ihr bei dritten vermutet. insofern, ist der geschäftsführer-standpunkt eher nicht gefragt, ausser ihr seid selbst welche. aber um da kurz drauf einzugehen. ich befinde mich bei der party, um die es geht, in der schönen lage, dass ich selbst (gemeinsam mit meinen beiden kompagnons) der veranstalter bin. insofern habe ich eine klare anforderung an djs, die für mich arbeiten. sie dürfen alles (sind ja schließlich künstler oder professionelle, wie in einigen beiträgen in der argumentation hervorgehoben) nur nicht die gäste vergraulen. ich glaube nicht, dass auch nur ein gast eine veranstaltung verlässt, weil der dj selber tanzt. die besucher laufen eher davon, weil der dj sche... musik auflegt, weil er durch wiederholte fehlbedienung der technischen einrichtungen (licht/ton) die lauschige stimmung tötet, weil eh niemand zu der party geht. das sind gründe.
bleibt: ja, warum störe ich mich daran, dass der dj tanzt? weil er der einzige ist, der tanzt und ich dadurch den eindruck bekomme, er legt nur für sich auf? weil er nicht tanzen kann und ich die vermutung hege, dass er deswegen auch einen schlechten musikgeschmack hat? weil genau immer dann die anlage zickt, wenn der dj pirouetten dreht?
natürlich darf sein bewegungsbedürfnis nicht dazu führen, dass er seinen einsatz verpasst. fehler können auch passieren, wenn er hinterm pult steht. natürlich sind sie dann schneller behoben, aber hand aufs herz, wie oft passieren denn aussetzer?
die "berühmtheit" als voraussetzung, um sich unter die tanzenden mischen zu dürfen, kann ich ja nun mal gar nicht gelten lassen. außer du heisst dj bobo. in dem fall finde ich es sogar besser, wenn du nur im publikum zu finden bist. vielleicht ist das der stichpunkt: nicht deine professionalität (hey mann, ich lebe vom auflegen, immerhin bekomme ich 800 € im monat), noch deine professionalität (hast du gesehen wie ich diese beiden stücke ineinander gemixt habe? hast du das gesehen? brauchte nur diesen button anklicken und schon ...), noch die qualität der zusammenstellung oder gar die dauer deiner "berufserfahrung" berechtigt dich, zu tanzen.
aber warum tanzt ein dj zu seiner, warum tanze ich zu meiner musik. zuerst einmal, weil ich mag, was ich auflege, weil ich genau in dieser musik aufgehe. weil ich unter der wunderbaren bedingung auflege, dass ich nicht ein lied auflegen muss, dass mir mir nicht gefällt. mir schreibt niemand vor, dass ich diese oder jene musikrichtung auflegen muss, um mehr gäste ins haus zu ziehen. natürlich müssen wir mehr gäste ins haus holen, um die veranstaltung halten zu können. das machen wir aber nicht um jeden preis. als früherer stammgast sonntags im schlingen war ich sicherlich einer der fleissigsten tänzer. nachdem die die veranstaltung dort gekippt wurde, habe ich mich daran gemacht einen ersatz zu finden und gemeinsam mit björn und michi aufzubauen. das mache ich sicherlich nicht um den preis, dass ich zum schluss der einzige bin, der zu den geilen liedern nicht tanzen darf. da wir 3 aber leicht unterschiedliche musikgeschmäcker haben (was unserem musikalischem konzept zupass kommt), kommen im zweifelsfall bestimmte sachen nur bei mir vor.
das gute ist, jeder von uns hat seine fans, insofern trifft natürlich nicht zu, dass wir nur für uns auflegen würden. dass das ein oder andere lied beim ersten mal ohne tänzer stattfindet, ist sicherlich auch ein zeichen dafür, dass wir nicht nur einfach die charts rauf und runterspielen, sondern auch neues (oder uraltes) bringen. das und die familiäre atmosphäre reizt, sich lockerer zu geben. wenn das unprofessionell rüberkommt, muss ich damit leben :-) trotz meiner fast 30jährigen dj-erfahrung würde ich nicht behaupten, das ich ein guter dj bin (gott sei dank kommt aber doch ab und zu jemand auf mich zu und unterstellt mir das. das mag am jeweiligen musikgeschmack liegen), professionell bin ich sicherlich nicht, da ich nicht davon leben muss oder eine technische perfektion entwickelt habe. dafür habe ich auch gar nicht mehr das equipment. mein schwerpunkt ist die musikalische zusammenstellung, die mich, wie unschwer zu erkennen ist, selber auch mitzieht. das dj-pult ist demzufolge nicht mein arbeitsplatz (für arbeit wird man schließlich bezahlt), sondern meine spielwiese (gut, dafür wird auch so mancher bezahlt). dazu gehört, dass ich mir ab und zu die tanzfläche gönne. nicht, um mich zu produzieren, sondern, damit ich auch meinen spaß (wie alle anderen) habe. es tauchte die diskussion auf, ist das cool, dass der dj tanzt, oder ist das doof? ich greife mal den vorherigen beitrag auf, es ist vollkommen egal.  sorry, wenn ich hier jetzt so weit ausgeholt habe. das ist etwas, was ich sehr gut kann ... ach ja, ab sofort ist mein konzeptioneller arbeitstitel für meine auflegephase "muttis katholische teestube". ich hoffe, das gibt mir jetzt die absolution für mein in fast 30 jahren noch nicht abgelegtes, unprofessionelles verhalten. wer aus bitterer erfahrung meinen part jetzt gerne meiden möchte, ich bin beim nächsten mal ab ca. 1 als letzter dran. wer aber neugierig geworden ist und meint, ganz hart im nehmen zu sein, ich beim beim nächsten mal ab ca. 1 uhr als letzter dran. :-) ich freue mich über weitere meinungen.
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GeeKay
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« Antworten #17 am: Freitag, 01.10.2010, 15:04:52 »

...mein in fast 30 jahren noch nicht abgelegtes, unprofessionelles verhalten.

Schon dafür: Lob, Lob und aber-Lob!
Wenn nämlich "professionell" bedeutet, nur noch mit dem Kopf und nicht mehr mit dem Bauch oder den Eiern zu agieren, bedeutet das auch das Fehlen jeglicher Persönlichkeit, die Veranstaltungen werden dann wohl alle qualitativ "in Ordnung" sein, ohne daß jemals ein Scheißabend dazwischen war. aber es wird auch ganz sicher keinen grandiosen Überflieger-Abend mehr geben können, denn wenn der DJ es total toll findet, ist er ja nicht mehr professionell ...

"HUMBUG" sage ich!
Solange ein DJ seine Gäste unterhält, darf er auch selbst Spaß am eigenen Programm haben - oder eben daran, daß zu einer bestimmten Zeit und/oder an einem bestimmten Abend die Stimmung von Publikum und DJ so identisch sind, daß es letztlich jeden (und also auch den DJ) mitreißt.

Wenn's tatsächlich ausschließlich um gerechte Zuteilung von Hits ginge, bräuchte man in der tat keinerlei DJs mehr, sondern nur noch gut bestückte Jukeboxen - und selbst diese sorgen ja für eine Filterung, denn ihr Repertoire ist i.d.R. doch sehr beschränkt.

Aber habt ihr schon mal versucht, euch das maul über die Launen, Fähigkeiten und Eigenarten einer Jukebox zu zerreißen?
Einer Jukebox durch Tanzflächen-Sitzblockade eure Ablehnung zu zeigen?

Manchmal geht die digitale Erwartungshaltung ganz schön weit, finde ich.
Und ich werde mir auch weiterhin - als Gast, als Konservenpräsentator und als alter Sack - herausnehmen, so etwas zu finden.
MEINS zu machen, egal, was wer sagt.
Selbst zu entscheiden, auf wessen Wünsche ich wie reagiere - oder auch nicht.
Wer mich, meine Art oder meine Programme nicht mag, muß sie sich ja nicht reinziehen.

Und gäb' es dadurch nicht ziemlich sicher Verletzte, wäre auch ich ganz sicher in der Vergangenheit regelmäßig auf (m)einer Tanzfläche gewesen.
Warum? Weil ich total unprofessionell bin. Und immer schon war.
Ich unterhalte gern Leute - jedoch niemals, ohne selbst zu den Unterhaltenen zu gehören.
Wenn eine Veranstaltung sich "von mir weg entwickelt", ich also keinen Spaß mehr daran habe, ist es Zeit, sie aufzugeben.

Mother Goose is still a goose, no matter how long her trail is ...
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« Antworten #18 am: Freitag, 01.10.2010, 17:05:17 »

vielleicht mal vorab, eure persönlich meinung ist gefragt....

ok, ganz persönlich: Ich war erstmal überrascht, fand es ungewöhnlich, würde es nicht so machen, laufe deswegen aber nicht weg, denn Deine Musikzusammenstellung empfinde ich als anregend und kreativ.

Meine vorherigen statements bringen eher die Sorge zum Ausdruck, dass es vielleicht bei anderen schwierig sein könnte. Wenn dem denn nicht so ist und überhaupt - Dein Spaß an der ganzen Sache sei Dir unbenommen, Sir Didi !
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sirdidimus
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« Antworten #19 am: Samstag, 02.10.2010, 14:02:46 »

danke schön! das ist mit das beste lob, dass du mir als plattenquäler machen konntest. dass ich handwerklich/technisch optimierungsbedarf habe, weiss ich. dass ich aber in auswahl/zusammenstellung anerkennung finde, ist für mich das eigentliche dj-brot.
was das tanzen anbelangt, habe ich mir mehr zurückhaltung vorgenommen, damit mein gehopse für alle in einem erträglichen rahmen stattfindet ...
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« Antworten #20 am: Montag, 04.10.2010, 18:06:19 »

hmmm... also ich hab schon viele DJs tanzen sehen.. halt, waren dann wohl Stars. Okay..
Also ich find das nicht schlimm!
Was mir bei diesem Thema viel eher in den Sinn kam
was ich wichtiger finde
was ist denn mit den ganzen Menschen die die DJs hinterm DJ pult besuchen und dafür kein Geld kriegen? Das find ich grenzwertiger...freundinnen mal aussen vor gelassen. wie is denn das mit im Weg stehen, bei der arbeit stören ??
ich find das is eher was, was nich sein sollte, als dass der dj mal tanzt..der muss auch mal aufs klo, da fehlt der je nach wegstrecke auch mal 3 min.
schockierend!

(sorry, wollte nicht ausm thema rausfallen.)
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es ist paradox einen maskierten zu fragen wer er ist
sirdidimus
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« Antworten #21 am: Dienstag, 05.10.2010, 13:25:03 »

das war kurz bevor er hinterm thresen hervorhumpelte ...

http://il.youtube.com/watch?v=s7H7p80kZN8&feature=related
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