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Autor Thema: Tatort Internet - Schützt endlich unsere Kinder  (Gelesen 626 mal)
GeeKay
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« am: Sonntag, 17.10.2010, 11:34:41 »

Hmmm. Den Titel hatte ich auch schon mal in der Fernsehzeitung gelesen oder irgend einen Werbespot für diese Sendung gesehen.
Mein erster und einziger Gedanke zu diesem Titel war "Der ist falsch. Richtig wäre 'Schützt endlich eure Kinder (oder macht erst gar keine!)' ". Jetzt lese ich
Trotz Unterstützung durch die "Bild"-Zeitung und einer Co-Moderation von Ministergattin Stefanie zu Guttenberg sind die Quoten bislang nur mittelmäßig, zudem reagierten die Medien und viele Experten überwiegend mit Kritik
und stelle fest: Es ist wie erwartet. Konsumgut Kind. Verwaltung fein 'outsourcen'. Und wer darauf hinweist, wird "abgewählt". Aber immer fleißig über die Zustände wettern.  Traurig
« Letzte Änderung: Sonntag, 17.10.2010, 11:39:54 von GeeKay » Gespeichert




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« Antworten #1 am: Sonntag, 17.10.2010, 19:31:45 »

und stelle fest: Es ist wie erwartet. Konsumgut Kind. Verwaltung fein 'outsourcen'. Und wer darauf hinweist, wird "abgewählt". Aber immer fleißig über die Zustände wettern.  Traurig
Verstehe ich das richtig, das du mit "hinweist" die Sendung meinst? Die hat ihre Einschaltquoten wohl zurecht und ist keinerlei Hilfe bei irgendetwas. (Naja eventuell beim Aufhetzen der Bevölkerung.)
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Abeelinae
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« Antworten #2 am: Montag, 18.10.2010, 10:15:27 »

Die Frau von Guttenberg hat ihre nicht vorhandene Ahnung vom Thema schon in einem Buch breitgetreten. Sehr lustig: Im Wahlkampf noch zu Ac/Dc und deren Sexismen abrocken und dann getragen von Gutmenschentum mit dem Moralprügel zukloppen, sobald sich die Möglichkeit ergibt.
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Fritz Muliar
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« Antworten #3 am: Montag, 18.10.2010, 14:51:00 »

Och, Musik (auch AC/DC) kann man auch einfach nur als solche mögen, ohne sich mit textlichen Inhalten all zu sehr auseinander zu setzen.
Und AC/DC hören oder mögen bedeutet nicht automatisch, ein desinteressiertes Arschloch sein zu müssen ... hoffe ich jedenfalls.
Dennoch sucht Frau von und zu G. sicherlich das Rampenlicht - und das nicht nur in Form des Schattens ihres Ehemanns.

Ja, Metalli, ich meine diese Sendung, aber auch alles andere, was bei solchem Thema mahnt.
Denn wenn Eltern, die sich dauernd darüber beklagen, daß ihre Kinder in der Schule nicht ausreichend erzogen und ausgebildet werden, darauf hingewiesen werden, daß sie selbst ja bitteschön die Hauptfiguren in Erziehung und Bildung sein sollten, finden die das scheiße.

Nichts anderes tut aber diese Sendung:
Sie sagt Eltern "Ihr schützt eure Kinder nicht".
Auch, wenn der Titel diese Verantwortung auf irgend eine, nicht benannte andere Stelle zu schieben versucht.
Da ist es nur eine Frage der Zeit, bis Eltern glauben, es gebe tatsächlich irgendwen (außer ihnen selbst), der ihre Kinder schützen könne, dabei aber kläglich versage.

Wieder einmal ist die Sprache hier anscheinend Spiegel des Gedankens - und dieser Gedanke ist meiner Meinung nach völlig am Thema vorbei.
Die alleinige(!) Verantwortung für die Entwicklung von Kindern haben deren Eltern.
Auch, wenn sie sich dabei Hilfe (z.B. Lehrer - die ja eigentlich auch nur eine Art "Telefonjoker" sein können) nehmen.
Der Begriff "Entwicklung" umfasst dabei alles, was aus den Kindern später einmal wird.
Ob diese den ersten und vermutlich auch langandaurndsten Vorbildern ihres Lebens nun nacheifern, oder sich komplett konträr orientieren, ob sie Werte erkennen und übernehmen, oder auch nicht, ob sie sich für irgend etwas interessieren oder nur vegetieren, was auch immer: Letztlich hat es immer mit dem zu tun, was Eltern mit ihren Kindern machen, und wie sie dies tun.

Und wer keine 18-20 Jahre Zeit für seine Kinder übrig hat - sollte keine Kinder haben.
Auch nicht in Zeiten, in denen es die Super-Nanny und Martin Rütter gibt.

Eltern wissen das.
Auch, wenn sie es nicht wahrhaben wollen und angepisst reagieren, wenn man es ihnen unter die Nase reibt.
Schließlich sind sie ja selbst ihr Leben lang die Kinder ihrer Eltern ... Schweigend
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« Antworten #4 am: Montag, 18.10.2010, 15:54:48 »

Och, Musik (auch AC/DC) kann man auch einfach nur als solche mögen, ohne sich mit textlichen Inhalten all zu sehr auseinander zu setzen.
Und AC/DC hören oder mögen bedeutet nicht automatisch, ein desinteressiertes Arschloch sein zu müssen ... hoffe ich jedenfalls.
Logo, das Internet aber auch und sobald man eine Band zur politischen Imagebildung verwendet sollte man das Thema wenigstens mal aus einer inhaltsbezogenen Sichtweise betrachten.


Wieder einmal ist die Sprache hier anscheinend Spiegel des Gedankens - und dieser Gedanke ist meiner Meinung nach völlig am Thema vorbei.
Die alleinige(!) Verantwortung für die Entwicklung von Kindern haben deren Eltern.

Absolut!

Dazu kommt, dass ein virtueller Ort zwar Publikationsmedium ist, aber kein Tatort: Die Tat wird begangen, wenn etwas  in die Computertastatur gehämmert wird (auch juristisch!)- online kann keine Straftat begangen werden. Bei Telefonstalking wird ja auch nicht die Telefongesellschaft verklagt.

Und auf der anderen Seite des Chats wird eine solche Tat durch Vernachlässigung der Kinder beim Medienkonsum begünstigt- wobei meiner Ansicht nach aber auch die Schulen durch unüberlegten Medieneinsatz beigetragen haben. Man kann nicht Brüllen: 'Schulen ans Netz' und 'kostenlose Computer für Grundschüler' und sich dann über voraussehbare Konsequenzen wundern: Hups, sie saugen ja illegal Daten, bewegen sich zu wenig und werden fett oder chatten mit Erwachsenen in Flirtchaträumen. So etwas war schon aktuell bevor jeder Viertklässler in der Pause mit Iphone online war, da hätte man schon Lehrer und Eltern schulen sollen. Aber mehr als eine Anstiftung zur vollkommen mittelalterlichen Hexenverbrennung ist diese Show samt lächerlichem Drumrum nicht und sie nimmt Eltern auch nicht die Verpflichtung ab Kindern im Internet auf die Finger zu gucken oder sich einfach mal um ordentliche Kindersicherungen zu kümmern. Viel besser fände ich es, wenn solche Stiftungen kindersichere Webseiten zum ,Web im Web' zusammen schließen würden und verunsicherten Eltern somit eine Orientierung bieten könnten - zum Beispiel mit entsprechenden Kinderbrowsern, die nur ausgewählte, geprüfte Webseiten aufrufen.
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Fritz Muliar
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« Antworten #5 am: Montag, 18.10.2010, 16:53:52 »

Ich gebe dir grundsätzlich Recht, Abeelinae.
Ich schaue aber nicht so sehr auf die Symptome, als vielmehr auf deren Gründe.

Ich habe besagte Sendung bisher noch nie gesehen, kann und werde mich also kaum direkt zur Sendung äußern, stelle aber eben fest, daß wieder einmal ein solcher Titel unbedacht - und damit vermutlich zutreffender als erhofft - gewählt wurde.
Was mich denn eben mal wieder zu einer allgemeinen Betrachtung führt.

Und ja, Schulen bieten Ort und Möglichkeit für neugierigen Nachwuchs, sich in abstruseste Meta-Welten (ganz so virtuell, wie das Wort sagt, sind sie ja gar nicht!) zu begeben, doch das sollte m.E. nicht Inhalt der Kritik sein.
Auch "Kindersicherungen", egal welcher Art, sind ja letztlich nur Symptom verminderter Vorbildpräsenz, ob mittelbar oder unmittelbar.
Womit ich keinesfalls dafür plädiere, die lieben Kleinen auf Schritt und Tritt zu bewachen und zu gängeln, das würde ihnen vermutlich jede Entwicklungsmöglichkeit nehmen, sondern dafür, ihnen das Gefühl, nein: Wissen! zu vermitteln, daß man sich kümmert, für sie da ist, wann immer sie einen brauchen, und ihnen vor allem Werte zu vermitteln und vorzuleben.
Und unter anderem eben auch Wachsamkeit, Neugier und das Wissen, daß das meiste, was man erlebt, nicht so ist, wie es scheint.
Ich bin überzeugt, daß viele "Probleme" gar nicht erst aufträten, würde er- und aufgeklärt, statt verboten (oder "gesichert", "gefiltert", usw.).
Und, so mies und mitleidlos das klingt: Ein bißchen Verlust ist immer.
Verlust - das kann auch bedeuten, daß eure Kinder nicht so werden, wie ihr euch das wünscht, liebe Eltern. Aber das muß ja nicht unbedingt etwas schlechtes sein ... und wenn doch: Sind wir wieder am Anfang dieses Absatzes.

Anders gesagt:
Die Menschheit wäre heute nicht wo sie ist, wenn sie nicht unendlich viel ausprobiert - und dabei auch immer Individuen verloren - hätte.
Aber deswegen mußte trotzdem nicht jeder Mensch jede Erfahrung selbst machen.
Selbst bewertbare Beispiele dürften dabei mehr geholfen haben, als Verbote oder Vorschriften.
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« Antworten #6 am: Montag, 18.10.2010, 17:10:09 »

Da hast du auch recht. Aber ich schicke ein Kind auch nicht zur Haustür heraus und sage: Mach was, egal was, und komm wieder wenn du magst. Da werden klare Grenzen gesetzt: Komm in zwei Stunden wieder, red nicht mit Fremden und wenn du irgendwo etwas klaust, dann setzt es was (sprichwörtlich!). Beim Internet fehlt für so etwas aber das Verständnis, da wird dann gesagt: Mach was, egal was und rede mit jedem. Aus diesem Grund fände ich eine technische, für Eltern transparente Kontrolle des Kinder (!)- Internets durchaus wichtig- allein, weil viele Eltern als einzelne eben nicht kompetent genug sind, um Surfverhalten zu kontrollieren. Und wenn die kinderschützende Lobby im Internet groß genug ist, sind solche Webseitenlabel oder Zertifikate oder was weiß ich machbar (siehe Wikipedia, da klappts ja auch halbwegs einen Qualitätsstandard zu halten).
 
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« Antworten #7 am: Montag, 18.10.2010, 17:27:59 »

Ähm, schon der Untertitel sagt eben gerade nicht das an Eltern appelliert wird ("schützt endlich unsere Kinder"). Ziel ist eine Gesetzesverschärfung, irgendwie ist da anscheinend etwas durcheinandergekommen? Huch
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« Antworten #8 am: Montag, 18.10.2010, 20:35:20 »

Ähm, schon der Untertitel sagt eben gerade nicht das an Eltern appelliert wird ("schützt endlich unsere Kinder"). Ziel ist eine Gesetzesverschärfung, irgendwie ist da anscheinend etwas durcheinandergekommen? Huch

Genau das prangere ich doch an!
Was nützen die tollsten Appelle an den Gesetzgeber, wenn die Eltern ihre Kinder nicht erziehen?
Wenn sie nicht selbst die Verantwortung dafür übernehmen, wenn ihre Kinder Scheiße sind, sondern die Schuld dafür den Lehrern, den Nachbarn, dem Internet, den Spieleherstellern, der Regierung und wer-weiß-wem in die Schuhe schieben?
Da liegt doch der Hase im Pfeffer!

Lies mal die ersten Sätze dieses Threads ... Schweigend

@ Abeelinae: Richtig, Grenzen setzen ist gut. Insbesondere, wenn diese nicht willkürlich und oder variierend gesetzt werden, sondern möglichst so begründet werden, daß sie - wenn auch widerwillig (klar!) - akzeptiert werden können.
Ein stumpfes "das ist eben so" ist letztlich für niemanden akzeptabel, warum also für ein Kind?
Das ist doch dann nur ein Machtspielchen - und davon werden auch Kinder nicht besser. Höchstens verbohrt ...
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« Antworten #9 am: Montag, 18.10.2010, 23:11:51 »

Bei meinem letzten Job  Grinsend (ja, hey, das ist zum Glück Geschichte) gab es ganz oft eine Standartsituation:
Alleinerziehende Mami gibt ihr Kind im Jugendzentrum ab, bleibt selbst aber auch zum Kaffeetrinken und sagt "Jetzt habt ihr die Verantwortung..."
Mami zuckt dann auch nicht, wenn Kind mit dem Rad auf der großen Rampe verunglückt.

So viel zum Thema Verantwortung.

Die meisten Kinder und Jugendlichen die ich kennengerlent habe und gerade kennenlerne, haben ein ganz banales Bedürfniss: Hunger
Zu Hause gibt es nichts zu Essen, Schulbrote etc. sind große Mythen und selbst auf einem Ausflug im Sommer, der für 8 Stunden angesetzt ist, bekommen die meisten Kinder weder Geld, noch Verpflegung, noch etwas zum Trinken mit. Begründungen sind dann: "ich dachte das macht ihr.....der isst sonst doch auch nichts..usw."

Da die meisten auch noch morgens lecker Ritalin bekommen, lässt der Spiegel nachmittags nach, und durch die Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel ist der Heisshunger doppelt groß. "Ich habe Hunger, gib mir was zu essen, aber ich habe kein Geld, BITTE" erzeugt ein Sch***Gefühl......

So viel zu einem Teil meiner Realität und es sind nicht nur Kinder aus der Unterschicht (ich verwnede absichtlich den soziologischen Begriff), sondern zieht sich durch alle Schichten....da ist das Internet eher ein sekundäres Problem.

Erziehung ist eigentlich nicht schwer, Verantwortung zu übernehmen auch nicht, aber wer beides selbst nicht erfahren hat, statt dessen eher Willkür, Gewalt, Verlassen werden, usw., usw. erlebt hat, für die Menschen ist es schwer.

Also: was genetisch versaut ist, kann durch Prügel auch nicht korrigiert werden.. Grinsend

Aber vielleicht übernimmt ja der Staat die Verantwortung und die Erziehung. Aus der CDU wird dann die Christliche Einheits Partei....Ich baue schon mal den anti-imperialistischen Schutzwall...

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« Antworten #10 am: Freitag, 22.10.2010, 01:50:09 »

Hier eine interessante Zusammenfassung einer Studie aus den USA (mit Link auf die Studie am Ende) über angebliche Gefahren im Internet für "Kinder": http://www.heise.de/tp/blogs/foren/S-Die-Wissenschaft-zur-Gefahr-fuer-Kinder-im-Internet/forum-187186/msg-19253606/read/showthread-1/
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