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Autor Thema: Schmutzige Wäsche fürs Protokoll: aTRocKX früher  (Gelesen 731 mal)
Synthetica
Indeep
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« am: Mittwoch, 06.04.2011, 04:38:56 »

Da ich mich immer noch über die Entwicklung aufrege, werd ich jetzt mal die Anfangsstory von
Atrockx erzählen. Bisschen Lokalkolorit. 2007 glaub ich habe ich DJ Sertol, der am Anfang auflegte
und ein Mädel, die mitorganisierte kennengelernt, auf einer Privatparty oder so etwas. Irgendwer kannte
irgendwen anders und da wir zu dem Zeitpunkt alle spontane unterforderte Freigeister waren, haben wir
mal überlegt, einfach ne Party zu starten, wo mal nicht die Musik laufen soll, die überall läuft, also
hauptsächlich Gitarrenmucke, aber unterschätzte Sachen und von den bekanntereren Bands nicht die Hits sondern was neues, was auch geil ist und irgendwie aber nie gespielt wird.
Das Konzept war, eine Party zu machen, wo Gitarrenmusik für Insider läuft, die aber auf Anhieb auf der
Tanze funktioniert, schnell merkten wir, dass es wohl Richtung Metal gehen wird. Wir wollten was Besonderes
mit Herz und Euphorie machen und mir persönlich war es wichtig, mal was aktuelles zu spielen, nicht immer
nur die alten Hits, die jeder schon 1000 Mal gehört hat, sondern auch was von den neuen Alben, was gut und
tanzbar ist. Also durchaus ein riskantes Konzept. Da wir nicht viele waren, haben wir alle Bekannte gefragt, mitzumachen
usw. Das Orgateam waren letztendlich 4-5, manchmal 6 Leute und ein paar HelferInnen, wir hatten alle Bock, Ideen
usw. hatten aber nicht allzuviel Erfahrung, was wir nun ändern wollten. Ganz ehrlich: Mein eigener Gedanke war zu der
Zeit, später Techno- und andere elektronische Partys zu organisieren und aTRoCKX zum Üben zu starten, da man
Leute, die auf Gitarrenpartys gehen, leichter glücklich machen kann, man braucht weniger Deko, weniger Skills an den
Turntables/Playern und muss auch sonst nicht soviel bieten, außerdem werden da weniger illegale Drogen genommen
(somit fällt die Verantwortung leichter) und die Leute sind nicht so szeneorientiert, besonders was DJs angeht, man muss
nicht mit großen Namen und DJs aus anderen Städten/Ländern punkten. Obwohl wir am Anfang sogar teilweise diese
Sachen bertücksichtigten: Wir bastelten Deko (z.B. Totenköpfe aus Styropor oder so), verteilten kostenlos eine Compilation
mit Freebands am Eingang, kauften z.B. Met, um mal andere Getränke da zu haben und luden interessante GastDJs ein
(z.B. Micha-El, DJ Blizzard, Nils&Wend von der Crossnight GT), waren also bemüt, etwas zu bieten und ambitioniert.
Mir erschien das AJZ als Loca sehr geeignet, erstens ist die Anlage gut, zweitens ist der Laden unkommerziell und man kann
niedrige Eintrittspreise nehmen und Getränkepreise und ist sehr unabhängig, drittens kam mir persönlich eine Loca gelegen,
die auch antisexistisch ist, da das Orgateam schönerweise sowohl Frauen, als auch einen Schwulen und mich als Fremdzugewiesene
Frau (das Wort trans lehne ich aus logischen Gründen ab) beinhaltete und ich in Bielefeld auch nicht selten auf Partys Probleme sogar
Handgreiflichkeiten wegen Diskriminierungen und ähnlichem hatte. Der Aspekt, dass man im AJo Partys veranstalten kann, wenn man
in den Strukturen ist, bzw, eine Interne Gruppe gründet, war eigentlich nicht so wichtig, dafür muss man zur Hausversammlung und
echt ne Menge diskutieren und sich rechtfertigen, was auch folgte (niemand wollte freiwillig zur HV oder war fest in AJo-Strukturen, also
gabs ne Menge Diskussionen, wer jetzt diesen oder jenen Dienstag zur HV geht wegen der Partys bei uns 5, am krassesten war die
Debatte als wir da sagten, dass wir eine Party veranstalten möchten und eher PartybesucherInnen sind, also nicht im Politbereich des
AJo aktiv mitwirken bisher, als die da beschlossen, uns ne Chance zu geben mit der Party, war das etwas Neues fürs AJo, da wir ja
nicht so politisch waren, einer auf der HV meinte dazu nur "Willkommen in der Postmoderne"). Letztendlich konnten wir die Reihe starten,
die erste Party hieß noch "NewStyle Rockparty" oder so ähnlich und wir verteilten selbstgedruckte schlechtausgeschnittene Schwarzweiß-
Flyer, u.a. heimlich auf dem RiLoSchu-Parkplatz. Die Anzeige für die Ultimo schickten wir zu spät los usw. Es kamen sehr wenig Leute, aber
die Stimmung war sehr gut, jedeR spielte seine/ihre Faves und feierte sich und den eigenen Musikgeschmack ein wenig ab,
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Synthetica
Indeep
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« Antworten #1 am: Mittwoch, 06.04.2011, 04:40:00 »

Letztendlich passierte in der AJo-Zeit folgendes: Wir wurden allmählich ein festes DJ-Team aus 4 Leuten und luden seltener Leute ein,
da jeder zur Hauptzeit auflegen wollte (außer ich, da ich nicht so tanzflächenorientiert war, ich wollte eher mal dark atmo machen oder mal ganz was
anderes ausprobieren oder auch mal für ein paar ganz wenige Metalheads Nile, Cryptopsy oder so spielen. Die musikalische Entwicklung war so,
dass meine Idee, Mittelaltersachen zu spielen am Anfang nicht so viel Interesse und volle Tanzfläche brachte wie angenommen, es gab auch
ein bisschen Beef, weil ich wollte, dass eher richtig Mittelalterliche und undergroundige Sachen wie Sopor Aeternus, Faun oder alte Mittelalterstücke
dann kommen und nicht hauptsächlich Subway to Sally und In Extremo, das lief ja eh überall. Aber die Leute wünschten sich das mindestens
6 mal pro Party und wir stritten, wer die Sachen jetzt in ihrem/seinen Set spielen muss. Achja, am Anfang war mal auch die Idee, nur Metal und Mittelalter
zu spielen oder Metal und Industrial, halt so ungewöhnliche Kombis für zwei Scenes. die selten auf OWL-Partys befriedigt werden. Von Party zu Party kamen mehr Leute und die Orga wurde trotz einiger krasser Pannen zwischendurch (z.B. einmal längerer Stromausfall am Anfang der Party, einmal schafften
es Leute vom AJo uns probehalber Getränke hinter der Theke abzuziehen, weil gerade keineR aufpasste,...) besser. Es bildeten sich ungefähr zwei Lager,
die eher kommerzorientierten OpportunistInnen und die hedonistischen UntergrundlerInnen, letztere waren vorallem wir, die aTRoCKX initiiert und konzipiert
hatten, aber die anderen leisteten zugegebener Maßen bessere und regelmäßigere Arbeit, außer was den Kontakt zum AJZ und die Ideologie und
politische Basis betraf. Letzteres ist wichtig, weil ich ja erwähnt habe, wir hatten eigentlich auch das Anliegen, dass jedeR, egal welchen Geschlechts und
welcher sexuellen Orientierung und Identität sich wohlfühlen und mitmachen kann, wir wollten eben nicht die 200 000ste Mackerparty von besoffenen
Machoschlägertypen für besoffene Machoschlägertypen machen sondern eine tolerante multisexuell geprägte Undergroundparty, auch da wir das ja selber
vergeblich in OWL suchten (z.B. die Goaszene war und ist zum kotzen was wirkliche Toleranz angeht, geht mal mit nem Transvestiten oder ner Transe
dahin oder guckt, wie die da behandelt und ausgefragt werden, dann wisst ihr was ich meine. Auch an ständige aufdringlich dreiste "Männlein oder
Weiblein-Fragen" im Riloschu und ähnlichen Läden zu der Zeit kann ich mich erinnern und schlimmeren Abenden inkl. Schlägerein draußen,z.B. am Forum).
Naja, manche Leute aus der Orga brachten komische hinterwäldlerische Leute mit, die Kasse oder Theke machen und so hätte ich mich ja nichtmal wundern
dürfen, als z.B. einmal als ich gerade angestrengt welchen von denen erklärt hatte, dass ich eine Frau bin und nichts anderes und auch erwarte, so behandelt
und nicht in Frage gestellt zu werden, ein paar Minuten später eine von diesen Helferinnen, die dabei gewesen war, zu mir sagte: Geh doch mal an die Kasse -
die Regel ist doch - man braucht da mindestens ein - äh - männliches Wesen." Damals hab ich mir den Kommentar verkniffen "Sieh dir doch einfach mal
deine breiten Schultern und deine androgyne Bauernfresse an und dann sag mir, wer von uns beiden hier das männliche Wesen ist, ich bin mindestens im
Vergleich zu dir nur das weibliche Wesen mit Schwanz. Naja, es gab mehrere solcher Szenen und das führte dazu, dass ich selber mich auf der eigenen Party kaum mehr wohl fühlte, ich erinner mich auch ein paar frauenfeindliche Sprüche und Sachen (nicht gegen mich) hinter den Kulissen, Alkohol ist keine
Entschuldigung, dann darf man halt nicht trinken als OrganisatorIN, auch homophobe Sachen, jedenfalls war ich davon abgefuckt und ich glaube,. Sertol auch,
während das aber bei der Orga kaum oder nicht richtig thematisiert wurde oder nicht ernstgenommen, ging es immer mehr und nur darum "Wie kriegen wir
den Laden voll, wie kriegen wir das hin, dass die Tanzfläche voll ist, wie verteilen wir alle Aufgaben so, dass das und das regelmäßig gemacht wird, usw."
also eine immer stärkere Dominanz der OpportunistInnen, während von Ideologie und Konzept nach und nach alles flöten ging und es spürbar mehr und mehr
zu einer ordentlicher geführten, aber immer kommerzieller orientierten, Intoleranz akzeptierenden Party ohne groß was dahinter mutierte, also stiegen wir aus,
wir hatten einfach keinen Bock mehr und das Gefühl, die Leute die wir uns ins Boot geholt hatten, weil wir keine anderen gefunden hatten, sind einfach zu
normal, zu normal sexistisch, unpolitisch und Standard.
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Synthetica
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« Antworten #2 am: Mittwoch, 06.04.2011, 04:42:15 »

 Natürlich hofften wir, dass, da wir ja zu so wenig Leuten Orga gemacht haben, die Party mit unserem
Austritt zuende gehen würde und nun einfach alles zuende wäre. Ich hatte eh andere Probleme zu der Zeit. Jedenfalls bekam ich am Rande mit, dass aTRoCKX mit immer kommerziellerem Konzept und weniger Aufwand, also keine DJs werden eingeladen, keine Specials, keine Abgrenzung von Kommerz und
Intoleranz und Mackertum in einem anderen Laden weitergeführt wurde, während im AJZ wohl immer noch Geld aus der Kasse fehlt, das wohl jemand im Namen von aTRoCKX abgezogen hat. Ich würde keine schmutzige Wäsche waschen, wenn ich nicht selbst ein paar Mal von einigen Leuten gedisst worden
wäre und die nicht so auf mich und mein Wohlbefinden geschissen hätten, aber so kann ich nur sagen, ich wünsche der Party und allen noch Beteiligten
alles Denkbar Schlechte und sich ein paar kommerzielle MP3s ziehen und irgendwie damit die Tanzfläche füllen kann wohl jeder, der sich ein bisschen
dafür interessiert. Ich befürchte, dass jetzt vielleicht sogar u.U. von anderer Seite der Name fallen wird, der mir aufgezwungen wurde und in Folge
mein halbes Leben kaputtgemacht hat, wenn von mir gesprochen wird oder ähnlich unerfreuliches, all das oder das die mich immer noch als "er" bezeichnen, während ich in Berlin mittlerweile stealth als Domina arbeite und man mir gar nichts mehr von der Vergangenheit ansieht (die Vergangenheit als fremdzugewiesene Frau wohlgemerkt ich bin die gleiche wie damals, sehe nur anders aus und eine Frau bin ich immer noch) und immer gesagt habe "ihr könnt mich beleidigen wie ihr wollt aber das ist Hochverrat", all das kann ich mir als Reaktion von denen vorstellen, weil die immer so zu mir waren damals, aber wer mich nicht respektiert, bekommt auch von mir keinen Respekt und die Story ist die verdammte Wahrheit. Ist mir eh egal, was in Bielefeld abgeht mittlerweile und was da wer wie über mich denkt. aTRocKX war meine Idee, auch der Name oder wer von denen kann Latein, es heißt schwarz, finster und gräßlich und passt halt auch gut zum Background. Wollte nur sagen, dass das, was da jetzt ist und läuft, rein garnichts mehr mit dem Grundkonzept zu tun hat, ich würde selber nie hingehen, außer es gäbe noch so billig Getränke wie im AJZ und es wär nichts anderes los. Das Konzept mit der Donnerstagsparty nach dem Vorbild des alten FaDos ist auch nicht aufgegangen aber ich schwöre, ich würde Sonntags eher ins Sams gehen heute. Untergründige Grüße in die alte Heimat.
« Letzte Änderung: Mittwoch, 06.04.2011, 04:53:08 von Synthetica » Gespeichert

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« Antworten #3 am: Mittwoch, 06.04.2011, 10:42:40 »

Hallo Synthetica!

Erstmal Vielen Dank für Deine noch so genaue detaillierte Erzählung der Entstehungsgeschichte der aTRockX-Party damals im AJZ. So genau hätte ich es nicht hinbekommen, aber wenn ich dass so lese, ja, genau so war es!!!

Ich weiss auch noch genau, wie Ihr mich dazu überredet habt, einfach mal aufzulegen, obwohl ich eigentlich nur so bei der Veranstaltung mitmachen wollte. An "Auflegen" hätt ich damals nichtmal im Traum gedacht. Und dann habe ich es probiert und wollte überhaupt nicht mehr aufhören damit, so ein spass hat es mir gemacht und dieser Drang ist bis heute nicht beendet.
Hättet Ihr mich also nicht überredet, es zu machen, wäre ich heute kein DJ und es gäbe wahrscheinlich diese aTRockX-Party im Movie nicht.
Ich würde mich ja jetzt an dieser Stelle gerne bei Dir dafür bedanken, aber ich vermute jetzt mal, dass Du darauf kein Wert legst.

Es tut mir Leid, dass die Veranstaltung unter dem von DIR erfundenen Namen "atrockx" nun einen Verlauf genommen hat, der ganz und gar nicht Deinen Vorstellungen und Grundgedanken entspricht. Ich habe allerdings auch nicht vermutet, dass Dich dass jetzt so stört, sondern im Gegenteil. Ich dachte, dass Du Dich wie andere, die damals bei der Gründung dabei waren, darüber freust, dass der Name aTRockX jetzt ein weites Stück bekannter geworden ist, in der Disco-Szene Bielefelds.

Ich finde den namen "atrockx" einfach ziemlich genial und immernoch sehr passend für auch unsere jetztige Veranstaltung. Wäre einfach zu schade, wenn dieser Begriff jetzt einfach total gestorben wäre. Und deshalb habe ich immer an diesem Begriff festgehalten und versucht, den Namen am Leben zu erhalten.

Leider ist es heutzutage so gut wie gar nicht möglich, ein solches unkonventionelles Konzept durchzuziehen, wie wir es damals als Grundgedanke unserer aTRockX-Party im AJZ versucht haben. Jede/r Betreiber/in einer Disco-Location muss irgendwie sehen, dass die Kosten gedeckt werden, die halt in unserem Land auf uns zu kommen. Und um eine
Veranstaltung wie die "aTRockX"-Party zu führen, kommt man eben nicht mehr um "Konventioneller Musik" herum, leider!

Aber ich bin sehr stolz darauf, was Dietmar und ich bisher mit unserer Veranstaltung, die DEINEN Namen trägt, geschafft haben und wir freuen uns über die regelmäßigen guten Kritiken für unsere Veranstaltung und die Musik, die wir dort auflegen! Du meinst, dass was wir machen, könnte jeder:

Zitat
...und sich ein paar kommerzielle MP3s ziehen und irgendwie damit die Tanzfläche füllen kann wohl jeder, der sich ein bisschen
dafür interessiert....

....vielleicht kann es jeder, aber es macht nicht jeder.

Mir macht es viel Spass und dass ist jawohl die Hauptsache!!!

Was Die Sache mit der Akzeptanz Deines Geschlechts angeht, welches aus meiner Sicht bei der ganzen Sache wohl dass eigentliche Hauptproblem von Dir ist, möchte ich mich hier öffentlich nicht zu äußern, dass ist eine private sache, die nichts ansich mit "aTRockX" zu tun hat und hier nicht hingehört, weil es niemanden interessiert. Dass können wir aber gern mal unter vier augen klären oder per mail.

....Grüße aus Bielefeld, der Stadt (mit unkonventioneller aTRockX-Party, die es nicht gibt)

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sirdidimus
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« Antworten #4 am: Donnerstag, 07.04.2011, 19:54:48 »

liebe synthetica,

das ist mein kommentar zu deinem 1. beitrag in diesem thread.
spannend zu lesen, wie einer der vorgänger unserer party entstanden ist. vor allem finde ich gut, dass sich leute gefunden haben, die ihr eigenes party-konzept in die hand genommen haben. schade nur, zu hören, dass man aufgrund der eigenen sexualität angegriffen wird. unzutreffend, zu glauben, dass ajz wäre sexismus-frei (später dazu mehr).

dietmar
« Letzte Änderung: Freitag, 08.04.2011, 01:30:32 von sirdidimus » Gespeichert
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So What ?!


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« Antworten #5 am: Donnerstag, 07.04.2011, 22:09:54 »

Oh, fein! Ich freue mich immer, solch detaillierte Insiderberichte zu lesen - danke dafür, Synthetica!
(auch, wenn ich es persönlich etwas schade finde, daß es nicht "nur" ein Bericht, sondern auch eine Art Anklage ist und du dich offenbar so in Rage schriebst, daß du deinen Schreibstil verlierst ... doch auch das gehört ganz sicher dazu. Zu dir, zum Thema, zur Veranstaltung, und also ist es gut so.)
Was ich dir aber so gar nicht glauben kann ist, daß dich "das alles" und der hiesige Klüngel nicht mehr interessiert.
Wäre das so, hättest du diese "Abrechnung" nicht aufgemacht ...


Nochmal Dank und herzliche Grüße nach Berlin!
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Worte haben Macht! Besonders über den, der sie äußert ...
sirdidimus
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« Antworten #6 am: Donnerstag, 07.04.2011, 22:16:12 »

liebe synthetica,

das ist mein kommentar zu deinem 2. beitrag in diesem thread.

hier kommen von dir meinungen rüber, die in sich massiv widersprüchlich sind. zum einen prangerst du die intoleranz anderer an, zeigst aber mit deinen statements deine eigene intoleranz.
dann sprichst du von angepassten opportunisten (dem wortlaut folgend siehst du sie offensichtlich negativ), erklärst aber nicht weshalb du sie so nennst. dann sprichst du vom hedonistischen untergrund (ich muss zugeben, eine recht amüsante klassifizierung) als wären es die helden (ich beschreib's mal so wie es bei mir ankommt) der kultur mit dem damaligen atrockx-konzept, wenn man nach deinen schilderungen von einem verwirklichten konzept sprechen kann. mal ne frage am rande: entwickelt eine untergrundspaßgesellschaft konzepte? bevor ich hier weiter in ironie abdrifte, fasse ich in oberflächlicher kenntnis der ajo-gepflogenheiten mal zusammen, wie's bei mir angekommen ist. da hat sich eine gruppe zusammengefunden, die eine in ihren augen geile party veranstaltet hat. die einzelnen protagonisten haben sich in 2 (oder mehrere) gruppen aufgeteilt. die einen haben das ganze organisatorisch am laufen gehalten, während die anderen lieber den hausforen mit ihren wahrlich interessanten diskussionen beigewohnt haben. was ja auch eine voraussetzung zur nutzung des ajos war. alles gut, jeder hat das gemacht, was ihm am meisten lag bzw. was er am besten konnte. nur leider haben die gruppen die beiträge der jeweilig anderen nicht recht würdigen wollen und darum gab es streit. hat's alles schon gegeben. was grämt dich daran, dass du diese alten kamellen in diesem forum diskutieren magst? warum im movie thread und nicht beim ajo-thread?
okay, jetzt steht's hier und nicht dort. hoffentlich verirren sich ein paar ajo-thread-follower auch hierhin und diskutieren mit

ich möchte noch mal auf die diskriminierungsthemen eingehen. diskriminierung ist erst einmal grundsätzlich kacke, da sind wir uns einig. allerdings finde ich es gut, dass es auch"bauern" gibt, die sich für andere menschen interessieren. ist es verwerflich, dass man sich für den menschen interessiert, der anscheinend im falschen körper steckt? soll man lieber aus büchern, fernsehberichten, zeitschriften, internet und dadurchaus 2. hand sein wissen generieren, sich ein bild machen? sicherlich ist dieses offensichtliche tabu-thema neugiererweckend. aber statt wohlwollend über die unsicheren nachfragen hinwegzusehen und das offensichtlich, positive interesse zur aufklärung zu nutzen, machst du genau das, was du ihnen vorwirfst, du bist intolerant.
 im übrigen ist die ajo regel, dass immer ein mann am eingang sein soll, sicherlich aufgrund früherer erfahrungen wahrscheinlich sinvoll, aber dennoch sexismus im klassischen sinne. und auch deine weigerung, an den eingang zu gehen, weil du kein mann bist, ist sexistisch. ich kenn dich nun nicht, schwanz hin, schwanz her, jeder kann doch mal anpacken und auch einen doofen job übernehmen. ach ja, dass ich hier nur die männliche form beim schrieben wähle, ist nicht in frauenfeindlichkeit begründet, sondern in bequemlichkeit.
« Letzte Änderung: Freitag, 08.04.2011, 01:30:05 von sirdidimus » Gespeichert
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« Antworten #7 am: Freitag, 08.04.2011, 00:15:36 »

liebe synthetica,

das ist mein kommentar zu deinem 3. beitrag, der sicherlich der grund ist, warum ich überhaupt so intensiv auf deine beiträge eingehe.

deine vorurteile, dein halbwissen und DEIN mackertum lassen dich über eine veranstaltung schwadronieren, die mit der damaligen veranstaltung aus gutem grund nicht mehr viel gemein hat.

warum nimmst du dich so wichtig, dass du glaubst, dass die damalige party den bach runtergehen würde, wenn eine bekennende hedonistin das handtuch schmeisst? warum meinst du, dass die damals (einmalige) fortführung in "einem anderen laden" (was übrigens der falkendom war) zur kommerzialisierung, intoleranz und mackertum geführt hat?
was ist für dich kommerz, von dem man sich abgrenzen muss? was ist für dich der moralische unterschied zwischen kommerziellem denken und hedonistischem denken (was ja im grunde auch ein konsumdenken ist)?

was das aus früherer zeit angeblich aus ajo-kasse fehlende geld angeht, kann ich nicht viel zu sagen. davon weiß ich nichts. im namen von damals atrockx oder wie auch immer es geheißen hat, ist sicherlich niemand an die ajo-kasse gegangen. möglicherweise im eigenen namen. das hat dann aber so oder so rein gar nichts mit dem heutigen aTRockX zu tun, das nicht ganz zufällig den gleichen namen, aber in anderer schreibweise trägt.

in dem zusammenhang ein kleiner vorgriff auf deine "vorzüglichen" lateinkenntnisse. aus nigra, atra, dem urlateinischen begriff rock usw. atrockx zu schaffen, ist eine meisterleistung. alle achtung, wenn du den namen atrockx kreiert hast, hier ist dir in meinen augen ein wirklich toller name eingefallen. entschuldige bitte meine mit mir durchgehende polemik. sie bezieht sich auf deine lateinlehrstunde und nicht auf den namen. den namen hast du sicherlich damals im rahmen eures unkommerziellen party-kollektivs beigesteuert?  die gruppe hatte sicherlich ein fluktuation, die jeweiligen aktiven protagonisten haben den namen fortgeführt. nach einigen partys (bei der drittletzten und zweitletzten habe ich auch mal mitgewirkt) war dann schluss mit der alten party. du hast recht, "was da jetzt läuft" hat nichts mit dem damaligen grundkonzept zu tun. ich gehe sogar ganz forsch weiter und sage, aTRockX - The Dark Exit im Movie hat gar nichts mit dem atrockx im ajz zu tun. welches problem hast du damit, dass wir einen tollen namen am leben erhalten, den ein ehemaliges atrockx-gründungsmitglied (der einzige, der durchgehend bei dieser party dabei war) in die in unseren augen schöne party eingebracht hat?

du meinst, dass wir kommerzielle mp3-musik spielen? ich kann dazu sagen, ich gönne jedem künstler, dass seine musik gemocht wird, erfolg hat und er sich aufgrunddessen ein wenig "selbst abfeieren" kann. wir spielen hauptsächlich nischenmusik, die nicht in anderen läden lauft. gelegentliche ausflüge in den musikalischen mainstream sind gewollt. denn nach dem motto "mein peinliches lieblingslied" finden sich auch dort immer wieder perlen. wir wünschen uns von unseren besuchern scheuklappenfreies interesse. und ich kann dir frohen mutes sagen, es ist vorhanden.
bei uns gibt es im rahmen unserer musikalischen selbstbeschränkung nur 2 sorten von liedern. ich mag's oder ich mag's nicht. jeder besucher entscheidet bei jedem lied für sich selbst. 

wir haben kein problem damit, dass in der wirklich tollen location movie menschen ihren lebensunterhalt verdienen, der laden steuern zahlt und somit etwas für die allgemeinheit tut. jau, das macht die getränke etwas teuerer als im ajz. frag doch einfach unsere gäste, wo sie lieber hingehen. vielleicht sagen sie dir ja auch, warum das so ist. unser konzept ist für björn und mich nicht auf verdienst ausgelegt. wir sind froh, dass sich unsere aufwände tragen und das movie, das ja nun kein soziokulturelles zentrum ist, sondern wie gesagt menschen ernährt, uns trotz nicht gerade üppiger einnahmen durch unsere veranstaltung die möglichkeit unserer party bietet.

es ist schon spannend zu hören, dass jemand in persönlicher unkenntnis unserer party, sich so weitgreifende urteile zutraut. du meinst in deiner kritik etwas vergangenes, jammerst einem vermeintlichen ideal hinterher, triffst aber uns. ich kenn dich nicht einmal. du wirfst uns sexismus, intoleranz usw. vor, ohne zu wissen, dass bei uns schwule, lesben, behinderte, kranke, ausländer, rheinländer, gütersloher, lipper, frauen, männer, moslems, oversexte, mauerblümchen, friedhofseulen, wollsocken, christen, bauern, scheintote, menschen im falschen körper und sogar heten verkehren. soll ich noch weiter aufzählen? bei uns ist jeder willkommen, dem unsere party gefällt. rausgeschmissen werden nur die, die sich daneben benehmen. das pralle leben einfach. es war noch niemend da, der sich wegen ausgrenzung beschwert hat. aus gutem grund. von anderen ehemaligen protagonisten der atrockx-party im ajo habe ich noch nichts negatives über unser party gehört. sie kommen zum teil selbst gerne zu uns. und du kannst sicher sein, dass ich am sonntag krystian frage, ob er tatsächlich der gleichen meinung bist wie du. solange du uns das nur erdenklich schlechteste wünschst, bin ich ehrlich gesagt nicht traurig, wenn du in der großen stadt bleibst oder alternativ woanders hingehst. wenn du aber offen und neugierig bist und kommst, um dir ein qualifiziertes bild zu machen, freuen wir uns auf dich. ich bin sicher, das auch dominas bei uns ihren hedonistischen spaß haben können.
« Letzte Änderung: Freitag, 08.04.2011, 01:29:31 von sirdidimus » Gespeichert
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« Antworten #8 am: Freitag, 08.04.2011, 01:29:07 »

und noch mal fürs protokoll, warum aTRockX nur den namen mit atrockx teilt.

ich weiß nicht, wieviel zeit zwischen dem ende von syntheticas bericht und meinem zwischenzeitlichen intermezzo bei atrockx vergangen ist. für die, die es interessiert, setze ich einfach mal mit dem zeitpunkt meines dazustoßens an.

ich hatte relativ frisch björn und michi als djs von atrockx kennengelernt. auch natascha, sonja?, mona und yasmin? waren helfend dabei. ich erzählte, dass ich mal wieder bock hätte aufzulegen (was ich in früheren zeiten oft gemacht hatte) und schwupps war ich dabei. von anfang an wurde ich nicht nur mit dem spaß an der sache, sondern auch mit den pflichten des unterfangens konfrontiert. ich sach nur ajo-hausforum. natürlich bin ich dem nachgekommen. da ich nun jemand bin, der gern und überall seinen senf dazugibt (tatsächlich habe ich ein politisches bewustsein sowie ein aktives und dabei ein nicht unerhebliches soziales engagement), habe ich mich von anfang an (und zwar wie üblich von null auf hundert) im hausforum produziert. ich muss zugeben, dass ich mit sehr viel spaß registrieren musste, dass soooo viel engagement nun doch nicht gefragt war (es fielen sprüche wie "kaum da und glaubt mitreden zu können"). ich fass das mal so zusammen: es wurde kontrovers (und von allen seiten engagiert) diskutiert.
die party war schlecht besucht. im grunde waren es unsere persönlichen freunde und ein paar verirrte. die party lief schlecht. die musik bestand aus metal, mittelalter, darkwave, etwas ebm (björn), postrock und alternative (michi) sowie indie, etwas ebm (ich). wir kritisierten und gegenseitig am meisten (schlechte musikauswahl, zu viel alkohol usw). das ganze unprofessionelle gezanke halt. wir hatten aber den wunsch, mehr leute zu erreichen. meine behauptung, unsere zielgruppe gehe tendenziell ungern ins ajo wurde von den anderen am anfang nicht unbedingt geteilt (auch aus alter verbundenheit mit dem ajo), aber letztendlich aufgegriffen und nach der gemeinsamen entscheidung zum wechsel auch vorangetrieben.
der falkendom war gefunden und wir freuten uns riesig darauf. vielleicht hatte michi ja aufgrund seiner persönlichen verbundenheit zum dom, den wunsch alte donnerstage aufleben zu lassen, aber im grunde blieb es bei unserer musikalischen ausrichtung.
aufgrund nicht unter einen hut zu bringende auffassungen über die zu schaffenden rahmenbedingungen führten dazu, dass ich noch vor der ersten party im dom beschloss, atrockx den rücken zu kehren. aber ersatz war gefunden. armin machte mit. aufgrund einer kleinen streiterei zwischen björn und mir :-) an dem veranstaltungstag im dom, war ich nicht da. die party soll recht gut besucht gewesen sein. der wechsel war offensichtlich die richtige entscheidung. dennoch  fand im dom keine zweite veranstaltung statt. aufgrund verschiedener umstände beschlossen die beiden letzten festen atrockx-mitglieder michi und björn, die party nicht weiterzuführen. atrockx war tot.

die zwischenzeitlich zu meiner lieblingsveranstaltung gewordenen party im 2schlingen sollte komplett umgekrempelt werden. das, was sonntags immer lief, zog nicht mehr genug leute, um für das 2 schlingen tragbar zu sein. nach dem ende dort, fragte ich in der runde der ehemaligen besucher, ob interesse bestehen würde, wenn ich nach ersatz suchen würde. ja, das interess bestand. nach 1 woche hatte ich das movie gefunden, noch mal 2 wochen später startete die erste party. mir war klar, dass ich das nicht allein bewerkstelligen konnte und wollte. also fragte ich meine alten mitstreiter björn und mich, ob sie dabei sein wollten. damit  es nicht wie früher schon in der zusammenarbeit meinungskontroversen über die rahmenbedingungen gibt, habe ich diese nach meinen vorstellungen im vorfeld mit dem movie ausgehandelt und unter diesen bedingungen die teilnahme von björn und michi erfragt. auch das konzept war voraussetzung. unser musikalische vorbild war der schlingensonntag. dem werden wir nicht 100%ig gerecht, aber so wie es läuft passt es. da wir einen guten namen haben wollten, fragte ich björn aund michi, die atrockx als letztes genutzt hatten, ob sie diesen namen in die neue party einbringen wollten. wollten sie. und warum nicht?

ATRockX erfreut sich steigender akzeptanz. die musik ist zum teil woanders auch zu hören (warum auch nicht), zum teil nur bei uns. aber wenn sich unsere besucher die sachen in anderen discos wünschen, prima, offensichtlich bhaben wir dann eine gute wahl getroffen.

was meint ihr?
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« Antworten #9 am: Freitag, 08.04.2011, 20:48:42 »

Eine kleine Korrektur:

Auch die schreibweise "aTRocKX" ist schon direkt nach der Namensfindung zusammen mit den Gründern der damaligen Veranstaltung entstanden.
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« Antworten #10 am: Sonntag, 10.04.2011, 18:20:34 »

Eine Diskussion, die in ähnlicher Form an allen möglichen Stellen auftaucht: Wieviel Idealismus kann/will sich ein Partyveranstalter erlauben? Und wieviel persönlich empfundene Notwendigkeit steckt individuell hinter diesem Anspruch? je ausgeprägter das Bedürfnis an Abgrenzung gegenüber der (dann am Ende auch kommerziell Zwänge ausübenden) Mehrheit, desto größer i.d.R. die internen Probleme des/der Protagonisten im Umgang mit selbigen Mitmenschen.
Besser läufts, je weniger Begriffe wie Schuld oder Verantwortung als Ping-Pong-Bälle hin und hergeschoben werden, sondern einfach Verständnis für die jeweils andere Seite möglich ist. Die "Schwächeren" (mit dem größeren Innendruck) können das von Natur aus weniger. Mögen sie Ventile wie diese nutzen und sich nicht mehr in ihren Problemen verfangen als eh schon geschehen...
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« Antworten #11 am: Montag, 11.04.2011, 03:19:58 »

RESPEKT! @ Südwestende...  Smiley

...Besser hätt ich es auch nicht formulieren können!
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sirdidimus
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« Antworten #12 am: Montag, 11.04.2011, 04:06:50 »

ich halte fest: mir ist es wurst, ob die musik, die ich spiele "kommerziell" ist. ich spiele die musik, die mir gefällt. sie ist und bleibt nischenmusik, gefällt nicht jedem, aber immer öfter finden sich lieder, bei denen mir andere djs früher gesagt haben "das funktioniert nicht, die leute hauen mir ab" und die bei uns die tanzfläche füllen. ich bin zumeist zufrieden mit meiner auswahl und gönne, wie bereits vorher erwähnt, den künstlern den ein oder anderen euro und den dementsprechenden erfolg ...
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